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Experten sehen Arbeitsmarkterholung in Deutschland erst im Frühjahr

Nach der Veröffentlichung des jüngsten deutschen Arbeitsmarktberichts erwarten Experten im Frühjahr eine Erholung am deutschen Arbeitsmarkt. Im November war die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen in Deutschland bereits weniger stark als erwartet gestiegen.

dpa-afx NÜRNBERG. Nach der Veröffentlichung des jüngsten deutschen Arbeitsmarktberichts erwarten Experten im Frühjahr eine Erholung am deutschen Arbeitsmarkt. Im November war die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen in Deutschland bereits weniger stark als erwartet gestiegen. Sie sei um 7 000 geklettert, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mit. Von AFX befragte Volkswirte hatten zuvor mit einem Anstieg um 13 000 gerechnet. Im Vormonat war die Arbeitslosenzahl saisonbereinigt noch um 12 000 gestiegen.

Unbereinigt stieg die Zahl der Arbeitslosen im November um 50 753 auf 4,257 Millionen. Das waren 73 600 mehr als im Vorjahr. Die Quote stieg zum Vormonat um 0,2 Punkte auf 10,3 Prozent.

BA: Wachstum Reicht Noch Nicht AUS

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte, das Wachstum der Wirtschaft reiche noch nicht aus, um genügend Impulse für den Arbeitsmarkt zu geben. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit sei vor allem auf die einsetzende Winterpause zurückzuführen. Saisonbereinigt sei der Anstieg aber geringer als in den Vormonaten.

Erst im Frühjahr erwartet die Commerzbank eine "sukzessive Verbesserung" am Arbeitsmarkt. Seit Sommer 2004 habe sich die Lage stabilisiert, schreibt die Commerzbank in einer Studie. Die erwartete höhere Dynamik der deutschen Wirtschaft dürfte dann im Frühjahr zu einer Belebung am Arbeitsmarkt führen. Die Einschätzung der tatsächlichen Lage am Arbeitsmarkt sei aber aufgrund der gesetzlichen Änderungen schwierig.

Fünf Millionen Arbeitslose ZU Jahresbeginn Erwartet

Auch Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) rechnet im kommenden Jahr mit einer Trendwende am Arbeitsmarkt. Derzeit sei die Lage noch angespannt, aber 2005 werde eine anziehende Konjunktur sowie eine bessere und schnellere Vermittlung die Trendwende bringen, sagte Clement am Donnerstag in Berlin.

Die HVB Group erwartet im Januar aufgrund der statistischen Effekte der Arbeitsmarktreformen zunächst einen Anstieg der Arbeitslosenzahl auf über fünf Millionen. Die positiven Wirkungen dürften sich erst im weiteren Verlauf zeigen. Die durchschnittliche Arbeitslosenzahl dürfte dann auf 4,5 Mill. sinken.

Die Zahl der Erwerbstätigen ist im September um 0,3 Prozent zum Vorjahr gestiegen. Sie sei um 110 000 auf 38,7 Mill. Erwerbstätige geklettert, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Bereits im August war die Zahl der Erwerbstätigen um 0,3 Prozent gestiegen.

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