Experten sehen die weitere Entwicklung eher skeptisch
Kabelnetze in Deutschland – Goldgrube oder Milliardengrab?

KÖLN. Nach dem Verkauf der Kabelnetze der Deutschen Telekom an die amerikanisch-britischen Investoren und Unternehmer Callahan, Klesch und Malone steht jetzt die Frage um die Zukunft der Netze im Mittelpunkt der Diskussionen. Was werden die Kabel-Kunden zukünftig zahlen müssen? Welches Tempo legen die neuen Eigentümer beim Ausbau der Netze vor? Sind andere Breitbandzugänge wie ADSL und Internet via Satellit nicht heute bereits weiter entwickelt?

Hardy Heine von RTL Newmedia wies auf dem Medienforum NRW darauf hin, dass in Deutschland von 22 Millionen Kabelhaushalten nur knapp 2,5 Prozent über einen digitalen Zugang verfügen. Hinderlich für rasch funktionierende Businessmodelle sei außerdem, dass die neuen Kabelnetzbetreiber lediglich auf 25 bis 30 Prozent aller Kabelhaushalte einen direkten Zugriff hätten. Der Rest - auf der sogenannten Netzebene 4 - werde von anderen Unternehmen versorgt, z.B. von großen Wohnungsbaugesellschaften. T-DSL, die Telekom-Variante eines ADSL-Zugangs, werde weiter schnell wachsen, sagte Heine. Die Telekom hätte sich bislang beim Ausbau des DSL-Zugangs zurückzuhalten, um den Verkauf der Kabelnetze nicht zu gefährden, so die Einschätzung des RTL-Mannes.

Klaus Schrape vom Marktforschungsinsitut Prognos sieht die Erfolgschancen der Kabelnetzbetreiber noch skeptischer. Ein Fullservice-Network arbeite erst bei einem Marktanteil von 25 bis 30 Prozent und einem Umsatz von etwa 100 DM pro Haushalt und Monat rentabel, sagte Schrape. Zurzeit gebe der durchschnittliche Kabelkunde aber nur 54 DM für Rundfunk- und Kabelgebühren aus. Angesichts konkurrierender Angebote wie DSL und UMTS komme es vor allem auf einen zügigen Ausbau der Kabelnetze an. Behalte beispielsweise Kabel NRW das derzeitige Ausbau-Tempo bei, werde erst in fünf Jahren der letzte Kabelkunde in NRW an die neue Kabelwelt angeschlossen sein. Zum Vergleich: Die Telekom verspricht bis zum Ende des laufenden Jahres 2,6 Millionen Kunden für den T-DSL-Zugang. Experten sehen die weitere Entwicklung der Kabelnetze also eher skeptisch.

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