Experten sehen mittelfristig Aufwärtspotenzial beim Dax
Dax-Ausblick: Ohne US-Zinssenkung fallen die Kurse

M it Spannung warten die Märkte auf die Tagung der US-Notenbank Fed am Dienstag. Spekuliert wird über eine weitere Leitzinssenkung, die den Aktienmärkten auf die Sprünge helfen könnte. Bleibt die Zinssenkung aus, könnte genau das Gegenteil der Fall sein. Folge wäre ein Kursabschlag an den US-Leitbörsen und sehr wahrscheinlich in Euroland. Analysten sehen dennoch in den nächsten Wochen Aufwärtspotenzial beim Dax.

DÜSSELDORF. Die überraschende Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank am vergangenen Donnerstag nährt die Spekulationen über eine mögliche Zinssenkung auch in den USA. Michael Schiller, Rentenanalyst der DG-Bank, rechnet mit einer Verringerung der Leitzinsen um ein halbes Prozent. Auch Werner Eisenmann von der GZ-Bank erwartet eine Zinssenkung in dieser Höhe. Seiner Auffassung nach werde dies den Aktienmärkten in den USA und Europa aber nur kurzfristig Auftrieb geben. Weitere mögliche Zinssenkungen seien nämlich schon in den Aktienkursen enthalten, sagt der Analyst.

Mittelfristig soll es beim Dax aufwärts gehen

Im Fall einer Zinssenkung sieht der GZ-Bank-Analyst den Dax kommende Woche zwischen 6 000 und 6 100 Punkten. "Sollte die Senkung der Leitzinsen jedoch ausbleiben, sind starke Kursabschläge an den Weltbörsen zu erwarten", sagt Eisenmann. Michael Schubert, Experte von der Bankgesellschaft Berlin (BGB), sieht die Auswirkungen der Zinspolitik auf die Börsensituation der nächsten Woche weniger dramatisch. Er prognostiziert eine leichte Dämpfung beim Dax und erwartet Zählerstände zwischen 6 000 und 6 050 Punkten. "Um Anlauf für weitere Kursgewinne zu nehmen würde dem Dax eine leichte Verschnaufpause in der nächsten Woche gut tun," sagt der Analyst. Schubert sieht mittelfristig weiteres Aufwärtspotenzial und rechnet mit 6 350 bis 6 400 Dax-Punkten Ende Juni.

Auch Herbert Sturm, Kapitalmarktexperte der DG-Bank, erwartet eine Erholung beim Dax bis auf 6 500 Punkte auf Sicht von sechs Monaten.

In der nächsten Woche stehen zahlreiche Hauptversammlungen auf dem Programm. Einige Nachzügler präsentieren ihre Quartalszahlen. Ausgewählte Termine im Überblick:



TerminUnternehmen
Dienstag

Aixtron

(HV)
Dienstag

BMW

(HV)
DienstagConsors (1. Quartal)
DienstagDegussa (HV)
Mittwoch

Depfa

(Bilanz-PK/1. Quartal)
Mittwoch

Linde

(1. Quartal)
Donnerstag

British Telecom

(Bilanz-PK)
Donnerstag

Deutsche Bank

(HV)
Donnerstag

Lufthansa

(Konzernbericht 1. Quartal)
Freitag

Eon

(HV)
FreitagPreussag (HV)
Quelle: DG Bank

Bankgesellschaft Berlin empfiehlt Einzeltitel

Derzeit lasse sich keine bestimmte Branche beim Aktienkauf hervorheben, sagt Schubert. Nachdem die Anleger Ende des vergangenen Jahres Technologiewerte verkauft und in defensivere Titel umgeschichtet hätten, sei jetzt noch keine Branche mit überdurchschnittlichem Kurspotenzial auszumachen. Er empfiehlt Einzelwerte verschiedener Segmente. Bei den Nebenwerten hat die BGB beispielsweise Celanese , Jenoptik und Loewe auf "kaufen" eingestuft. "Entsprechend der konservativen Ausrichtung unserer Bank, raten wir bei den Dax-30-Werten zum Kauf der Aktien der Deutschen Post und Preussag", sagt Schubert weiter.

Bei Preussag sei der Wandel vom traditionellen Industrieunternehmen zum modernen Dienstleister gelungen, begründet der Analyst seine Empfehlung. "Besonders der Tourismusbereich entwickelt sich gut," sagt Schubert. Dem trage die Kursentwicklung aber noch nicht genügend Rechnung. Die Preussag-Aktie sei mit 37,28 Euro (Stand: Freitag, 17:37 Uhr) günstig bewertet.

GZ-Bank empfiehlt Banken zum Kauf

Wegen der günstigen Leitzinsen in den USA und Europa favorisiert die GZ-Bank den Finanzsektor. Besonders Aktien europäischer Banken lohnen sich zurzeit für den Anleger, sagt Analyst Eisenmann.

Er legt dem Anleger die Aktie der Deutschen Bank ans Herz: Im Gegensatz zu Dresdner und Commerzbank hätten hier die letzten Zahlen nicht enttäuscht. Die Expansion des Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank 24 in Europa bewertet er positiv. Auch die Citigroup stehe auf der Kaufliste der GZ-Bank. Das Unternehmen zeichne sich über eine vergleichsweise breite Produktpalette aus.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zur Lage auf dem Parkett! je.weber@vhb.de

Strategische Anlageempfehlungen haben wir in dieser Woche von Merck Finck & Co. zusammengestellt:

Merck Finck & Co.

Unternehmen

Gewinn 2001e

Gewinn 2002e

Anlageurteil

Datum Empfehlung

Adidas-Salomon

4,60

5,29

Halten

12.03.2001

Allianz

11,10

12,20

Kaufen

09.03.2001

BASF

3,35

3,70

Halten

12.12.2000

Bayer

3,00

3,40

Kaufen

22.04.1999

BMW

1,80

2,05

Kaufen

15.03.2000

Hypo-Vereinsbank

2,98

3,35

Kaufen

17.11.1999

Commerzbank

1,70

2,10

Halten

30.07.1999

Daimler-Chrysler

0,70

2,49

Halten

01.03.2001

Deutsche Bank

4,99

5,59

Halten

07.08.2000

Degussa-Hüls

2,20

2,53

Halten

08.12.1999

Dresdner Bank

1,36

1,68

Halten

06.04.2001

Deutsche Telekom

0,37

0,44

Halten

25.07.2000

Eon

2,55

2,90

Kaufen

10.10.2000

Fresenius Medical Care

2,83

3,30

Kaufen

10.03.2000

Henkel Vz.

3,60

4,00

Halten

31.08.1999

Infineon

0,56

1,76

Halten

03.07.2000

Lufthansa

2,30

2,60

Kaufen

05.05.2000

Linde

2,90

3,50

Halten

25.08.1999

MAN

2,55

2,90

Halten

18.10.2000

Metro

1,45

1,73

Halten

24.08.2000

Epcos

4,03

3,64

Kaufen

02.02.2001

Münchener Rück.

8,47

9,66

Halten

02.02.2000

Preussag

2,05

2,03

Halten

31.08.2000

RWE

1,82

2,02

Kaufen

25.09.2000

SAP Vz.

2,90

3,90

Kaufen

10.01.2000

Schering

1,95

2,15

Kaufen

26.11.1999

Siemens

5,00

6,00

Halten

09.11.2000

Thyssen-Krupp

1,03

1,33

Kaufen

26.02.2001

Volkswagen

7,00

7,45

Kaufen

30.10.2000

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