Experten sehen nur Saisoneffekte
BA: Arbeitslosenzahl deutlich zurückgegangen

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im April nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit (BA) wie für den Monat üblich unbereinigt deutlich zurückgegangen. Saisonbereinigt hat sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit nach Experten-Einschätzung aber fortgesetzt.

Reuters BERLIN. "Es hat wie immer im April einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit aus Saisongründen gegeben", sagte der Sprecher der Behörde in Nürnberg, Eberhard Mann, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Keine Angaben machte Mann dazu, ob die unbereinigte Zahl über oder unter 4,5 Mill. gelegen habe. Experten erwarten, dass die Zahl von unbereinigt 4,608 Mill. Erwerbslosen im März im April um 100 000 bis 120 000 zurückgegangen ist. Saisonbereinigt gingen 22 von Reuters befragte Bankenvolkswirte im Schnitt jedoch von einem Anstieg um rund 42 000 Erwerbslose aus, wobei die Schätzungen von 30 000 bis 60 000 reichten. Die Bundesanstalt legt die Arbeitsmarktstatistik für April am Mittwoch vor.

Das Landesarbeitsamt des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen rechnet mit einer nur leichten saisonalen Entlastung des Arbeitsmarkts. Das günstige Wetter habe sich in den witterungsabhängigen Branchen positiv ausgewirkt. "Ansonsten blieb die Arbeitskräftenachfrage unverändert verhalten", hieß es aus der Behörde in Düsseldorf. "Positive konjunkturelle Impulse brachte auch der April nicht, so dass die Hoffnung auf eine Frühjahrsbelebung in Nordrhein-Westfalen immer geringer wird."

Mit einer Trendwende auf dem Arbeitsmarkt rechnen Experten in diesem Jahr kaum noch, allenfalls mit einem Stopp des saisonbereinigten Anstiegs, sofern die Konjunktur im zweiten Halbjahr wie von der Regierung erwartet anzieht. "Ich sehe keine Tendenz zur Verbesserung, sondern eher noch zur Verschlechterung", sagte der Arbeitsmarktexperte des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, Rainer Schmidt, Reuters.

Die Konjunkturaussichten hätten sich in keiner Weise verbessert, sagte Schmidt. Dies habe vorige Woche auch der Ifo-Geschäftsklimaindex gezeigt, dem zufolge sich die Stimmung in der Wirtschaft verschlechtert hatte. Schmidt verwies auch auf die Lungenkrankheit SARS in Südostasien und Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Irak. "Das sind alles keine Faktoren, die auf eine unmittelbar bevorstehende durchgreifende Konjunkturerholung schließen ließen", sagte Schmidt.

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