Experten sehen Potenzial für Anlagen in den so genannten Emerging Markets
Emerging Markets: An der Schwelle zur hohen Rendite

Fondsgesellschaften und Analysten sehen überdurchschnittliche Renditechancen für Anlagen in Schwellenländern. "Investitionen in diesen Ländern sind wie ein Optionsschein auf die Konjunkturentwicklung", sagt Roland Ziegler, Analyst bei der BHF-Bank.

FRANKFURT/M. Anleger, die ihr Geld in diesen Ländern anlegen, gehen also auch größere Risiken ein als bei Investitionen in den USA oder Westeuropa. Der Großteil der Schwellenländer - der so genannten Emerging Markets - verteilt sind auf drei Weltregionen: Asien, Mittel- und Südamerika sowie Osteuropa. Ziegler hält asiatische Länder wie Südkorea, Singapur und Taiwan für besonders interessant. "Wenn die Konjunktur ins Laufen kommt, brummt es dort überproportional", sagt er. Jens Wilhelm, Geschäftsführer von Union Investment Privatfonds, ist derselben Meinung. Neben Asien findet er auch die Region Osteuropa attraktiv.

Die Schwellenländer hätten in den neunziger Jahren unter dem Bedeutungszuwachs der US-Technologiebörse Nasdaq gelitten, sagt Aktienstratege Wilhelm: "Wegen der Nasdaq-Euphorie ist viel Risikokapital aus den Schwellenländern abgezogen worden." Nun gebe es Anzeichen dafür, dass Investoren wieder verstärkt in den Ländern anlegen. Der positive Trend, der sich seit Ende vergangenen Jahres an vielen Aktienbörsen dieser Länder abzeichne, sei intakt, sagt Wilhelm. Zudem zeichneten sich die Regionen durch solides Wirtschaftswachstum und günstige Aktienbewertungen aus.

Während die Aktienmärkte in den USA und der Eurozone auf Basis des Jahres 2003 auf Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) von 16,8 bzw. 15,5 kommen, liegen viele Schwellenländer weit darunter. So beträgt das KGV der Aktienmärkte von Thailand 10,3, von Südkorea 7,8, von Polen 11, von Ungarn 9 und von Russland 6.

Auch für die Staatsanleihen der Länder sind die Experten positiv gestimmt. Die Papiere bieten teilweise hohe Renditeaufschläge gegenüber Bundesanleihen. Die WGZ-Bank empfiehlt unter anderem Anleihen aus Chile, Rumänien und Südafrika. Chilenische Bonds profitierten von der stabilitätsorientierten Fiskalpolitik des Landes, schreibt die Bank. So sei eine baldige Ratingverbesserung durch die Agentur Standard & Poor?s zu erwarten, die zu Kursgewinnen führen würde. Rumänien habe eine moderate Verschuldung und biete als EU-Beitrittskandidat der zweiten Reihe relativ hohe Renditeaufschläge. Südafrikanische Anleihen seien attraktiv, da das Land als wichtiger Exporteur von Rohstoffen von der weltweiten Konjunkturerholung profitiere.

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