Experten spekulieren auf Aufträge im Irak
Spanische Baukonzerne verdienen zu Hause gut

Die Aktien spanischer Baukonzerne versprechen Marktbeobachtern zufolge trotz kräftiger Steigerungsraten in den vergangenen Jahren weitere Gewinne. Allerdings dürften die Zuwächse künftig etwas moderater ausfallen.

sk MADRID. Das Brokerhaus Renta 4 sieht bei allen im Börsenbarometer Ibex35 vertretenen Bauwerten - ACS, Dragados, FCC und Ferrovial - Wachstumspotenzial und bevorzugt derzeit Ferrovial. Gleichwohl weisen Marktbeobachter daraufhin, dass die spanischen Bauwerte auch in diesem Jahr bereits gut zugelegt haben: zwischen drei Prozent und zwölf Prozent.

Ein Schlüssel des Erfolgs liegt im Heimatmarkt. Die spanische Bauwirtschaft wächst stetig. 2002 verzeichnete der Sektor ein Wachstum von 4,6 Prozent. Für 2003 sagt der Branchenverband ein Plus zwischen 3,5 und 4,5 Prozent voraus. Die Unternehmen profitieren von den weiterhin umfangreichen öffentlichen Bauvorhaben in Spanien. Erst ab 2007 dürften die staatlichen Aufträge abnehmen. Dazu kommt eine massive private Nachfrage nach Häusern und Wohnungen außerhalb der großen Städte.

So scheint es kaum verwunderlich, dass die spanischen Baukonzerne ihr mögliches Interesse an Aufträgen für den Wiederaufbau Iraks herunterspielen. Wirtschaftsexperten hatten vermutet, dass in Spanien vor allem die Bauindustrie durch Madrids Unterstützung der US-Politik eine zentrale Rolle beim Wiederaufbau Iraks spielen könnte. Ein Analyst einer internationalen Investmentbank in Madrid erklärt das Desinteresse der Baukonzerne so: "Sie können dort nicht so viel wie in Spanien verdienen." Der Verband der spanischen Bauindustrie verfügt nach eigenen Angaben nicht über Informationen über ein spanisches Engagement im Irak.

Die Grupo Ferrovial S.A. begründet ihre Zurückhaltung damit, es sei zu früh, über das Thema zu reden. Weder Art noch Bedingungen der Investitionen seien bekannt. Sobald mehr Einzelheiten bekannt seien, werde ein Engagement "natürlich geprüft". Das Unternehmen ist in Spanien, Lateinamerika und Kanada tätig. Es überraschte erst vergangene Woche mit Übernahmeplänen in Großbritannien.

Renta-4-Analystin Elena Fernández Ferrovial durch die internationale Erfahrung und die Spezialisierung auf Infrastrukturarbeiten gute Chancen, zumindest als Subunternehmer im Irak aktiv zu werden. Andere Analysten halten es für glaubhafter, dass sich die Baubetriebe verstärkt dem osteuropäischen Markt zuwenden. Ferrovial ist seit 2000 auf dem polnischen Markt vertreten.

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