Experten sprechen dem Segment weiteres Potenzial zu
Fondsmanager entdecken den Reiz von europäischen Nebenwerten

In schwierigen Zeiten an den Kapitalmärkten müssen sich auch Fondsmanager schon tiefer bücken, um noch ertragreiche Investments zu finden.

DÜSSELDORF. Die große Mehrzahl der Profis meidet zwar nach wie vor die Unternehmen mit einer geringen Marktkapitalisierung, die so genannten Small Caps; aber auch unter Profis spricht sich langsam herum, dass mit den Kleinen gutes Geld verdient werden kann. "Die Blue Chip Indizes haben wegen des großen Gewichts der Aktien der Branchen Technologie, Medien und Telekommunikation enttäuscht. Jetzt suchen Fondsmanager nach Alternativen zum Beispiel im Small Cap-Bereich", erklärt Helge-Axel Müller, der bei der Fondsgesellschaft Lupus alpha den Fonds Smaller Euro Champions mitmanagt. Als Small Caps gelten Aktien mit einer Marktkapitalisierung von maximal 2,5 Mrd. Euro. "Dieser Entdeckungsprozess ist noch nicht zu Ende. Daher sehe ich bei Small Caps noch Potenzial bis Jahresende von zehn bis 15 Prozent", sagt Müller.

Das sieht Jean-Marc Maringe, Nebenwerte-Experte der Fondsgesellschaft Axa Investment Managers in Paris, ganz ähnlich: "Im Bezug auf das Gewinnwachstum weisen die Small Caps zu den großen Werten einen Bewertungsabschlag auf, dieser Discount wird sich nach und nach abbauen", sagt der Axa-Fondsmanager.

Bei der Auswahl von aussichtsreichen Nebenwerten setzen beide Fondsprofis auf Stock-Picking. "Der Branchenansatz macht hier wenig Sinn, da die Brancheneinteilung in den Small Cap Indizes nicht konsistent ist", sagt Lupus alpha-Experte Müller. Um die Perlen unter den kleinen Werten zu finden, setzt er zum einen auf eine Kennzahlen-Analyse wie die Marge des Gewinns vor Steuern und Zinsen vom Umsatz (Ebit-Marge); sie gibt Auskunft über die Profitabilität eines Unternehmens. "Auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist nach wie vor wichtig, aber es sollte nicht isoliert betrachtet werden", rät der Fondsmanager. Daneben sollten Anleger aber auch qualitative Merkmale beachten, etwa die Marktstellung eines Unternehmens oder die Managementqualität.

Unter diesen Gesichtspunkten hält Müller z.B. die Aktie des französischen Küchengeräteherstellers SEB S.A. für interessant, nicht zu verwechseln mit der skandinavischen Bankengruppe. SEB hat Teile des Moulinex-Konzerns übernommen und verfügt über Marken wie Tefal, Rowenta und auch Krups. Die Aktie hat von rund 64 Euro Ende 2001 bis auf knapp 94 Euro aktuell zugelegt. Nach guten Jahreszahlen steht das Papier auch bei ING mit "strong buy" auf der Liste.

Gute Noten von den Analysten und ein Favorit von Axa-Fondsmanager Maringe ist der Schweizer Hersteller von Computer-Mäusen Logitech International. Das Unternehmen hat im Mai seine Jahresprognosen angesichts guter Quartalszahlen nach oben korrigiert - bei einem Absatzplus von 34 Prozent im ersten Quartal kennen die Schweizer das Wort Käuferzurückhaltung nur aus der Zeitung. Lupus alpha-Experte Müller hält ferner den europäischen Marktführer bei Kuvertiermaschinen, Neopost, für einen interessanten Titel.

Das sehen auch die Analysten von der Socíeté Générale so, die den Wert auf ihrer Empfehlungsliste für europäische Nebenwerte haben. Trotz guter Performance in diesem Jahr sehen sie bei der Aktie noch Luft bis 49 Euro (aktuell: 41 Euro). Nach der günstigen Übernahme von Ascom Hasler könnten Synergien gehoben werden.

Stars in der zweiten Reihe

"S-Dax - Stars in der zweiten Reihe", ist der Titel einer gemeinsamen Serie der n-tv Telebörse mit dem Handelsblatt. Ab Montag werden täglich um 13.30 Uhr die verschiedenen Branchen im Smax beleuchtet. Den Anfang machten am Montag die Automobilzulieferer, am Dienstag sind die Handelstitel an der Reihe, am Mittwoch die Investitionsgüterindustrie, Donnerstag Biotechnologiewerte und schließlich am Freitag die Metallbranche.

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