Experten: US Airways zum Verkauf von Beteiligungen gezwungen
US Airways muss die eigene Strategie überdenken

Die US-Fluggesellschaft könnte Experteneinschätzungen zufolge nach der gescheiterten Übernahme durch den Mitbewerber United Airlines zum Verkauf von Unternehmensteilen gezwungen sein, um die Profitabilität wiederherzustellen.

Reuters NEW YORK. Entweder werde das Unternehmen schrittweise verkauft oder die Unternehmensleitung müsse auf anderem Weg versuchen, die Gewinnsituation zu verbessern, sagte der Luftfahrt-Analyst Ray Neidl von ABN Amro am Montag (Ortszeit) in New York. United und US Airways hatten am Montag Berichte aus Branchenkreisen bestätigt, denen zufolge sie in Erwartung einer Ablehnung durch die Kartellbehörden ihren Fusionsantrag zurückziehen wollen.

Auf Grund der starken Marktposition von US Airways an der Ostküste der USA sind einige Experten jedoch skeptisch, ob eine Zerschlagung sinnvoll sei. US Airways habe ein solides Gewinnpotenzial, wenn die Firma richtig geführt werde, sagte Sam Buttrick von UBS Warburg. Die Flugverbindungen im Südosten der USA seien jedoch für die meisten anderen Gesellschaften interessant und das Nordostgeschäft insbesondere für Northwest Airlines, wandte George Hamlin, Senior Vice President bei Global Aviation Associates, ein.

US Airways teilte seinen Angestellten am Montag mit, dass nach der gescheiterten Übernahme Alternativen erwogen würden. Das Board of Directors werde am 18. Juli über die Zukunft beraten. Im Frühjahr hatte US-Airlines-Chef Stephen Wolf bei einer Anhörung vor dem US-Kongress gesagt, bei einem Scheitern der Übernahme könnte sein Unternehmen zur Geschäftsaufgabe gezwungen sein. US Airways hat ähnlich wie seine Konkurrenten in den vergangenen Monaten auf Grund der harten Konkurrenz von Billig-Fluglinien und des Rückgangs bei lukrativen Geschäftsreisen deutliche Einbußen verzeichnet. Im ersten Quartal erwirtschafte US Airways einen Verlust von 164 Millionen Dollar.

Den Experten zufolge ist nach dem Scheitern der United/US Airways-Fusion ein weiterer Zusammenschluss zwischen den großen Fluggesellschaften unwahrscheinlich. Da der Fusionsdruck nachgelassen habe, könnten sich die Firmen stärker auf Rationalisierungen konzentrieren. Allerdings rückten nun kleinere Regional-Fluggesellschaften in den Mittelpunkt des Kaufinteresses, sagte Richard Gritta, ein auf Luftfahrt spezialisierter Wirtschaftsprofessor der Universität Portland.

Bei einer erfolgreichen 4,3-Milliarden-Dollar-Übernahme von US Airways wären 50 Prozent des US-Flugverkehrsmarktes von den beiden Konzernen UAL, zu dem United gehört, und AMR kontrolliert worden. Als Kompromiss hatten UAL und US Airways den Kartellbehörden den Verkauf einiger Beteiligungen angeboten.

Die Aktien von US Airways verloren im New Yorker Handel am Montag 14 Prozent auf 20,89 Dollar. UAL gaben um 1,28 Prozent auf 34,70 Dollar nach. Der Dow-Jones-Index legte unterdessen um 0,87 Prozent zu.

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