Experten von der Commerzbank und von Merck Finck & Co. bewerten Beiersdorf
Der Streitfall: Beiersdorf

Wie schätzen die Analysten das Unternehmen nach den jüngsten Kursturbulenzen und der Verkaufsankündigung eines Großaktionärs ein?

DÜSSELDORF. Christian Deckart und Thomas Effler von der Commerzbank stufen Beiersdorf als Kauf ein.

Beiersdorf übertrift die Prognosen...

Der Umsatz errechte im ersten Quartal 2002 wie angekündigt 1,1 Milliarden Euro und legte damit um 5,1 Prozent zu. Die Gewinne lagen jedoch über unseren Schätzungen. Vor Steuern und Zinsen (Ebit) verdiente Beiersdorf 132 Millionen Euro, der Nettogewinn erhöhte sich auf 79 Millionen Euro.

...das Unternehmen ist für Margenerhöhungen gut...

Als Hauptgewinnbringer erwies sich die Kosmetiksparte (Cosmed) mit einer Ebit-Marge von 13,7 Prozent. Auch die Gewinnspannen im Medizin- und im Tesa-Bereich entwickelten sich mit 6,1 und 5,7 Prozent erfreulich. Bei Tesa gehen wir jedoch davon aus, dass diese Wachstumsraten im Gesamtjahr nicht zu halten sind. Das dürfte an den Kosten der Restrukturierung liegen. Beiersdorf ist jedoch auch bei eingeschränktem Wachstum in der Lage, die Margen zu erhöhen. Im ersten Quartal hatte das Unternehmen damit bereits Erfolg.

...und das Kursziel beträgt 150 Euro.

Wir gehen weiter davon aus, dass der Kurs noch Spielraum nach oben hat. Darin bestärkt uns vor allem das finanzielle Ergebnis des ersten Quartals. Die Kernmarke Nivea wird weiter erfolgreich bleiben und dem Unternehmen weiteren Schub verleihen. Positiv dürfte sich auch der bevorstehende Wechsel in der Aktionärsstruktur auswirken, wenn der Allianz-Konzern seine mehr als 40 Prozent an Beiersdorf abgibt. Deshalb stehen wir zu unserer Kaufempfehlung und geben ein Kursziel von 150 Euro vor.



Sabine Eberhardt und Juri Jenkner von Merck Finck & Co belassen Beiersdorf auf Verkauf.

Der Markt hatte mehr erwartet...

Das Unternehmen geht von einem fünfprozentigen Wachstum für 2002 aus. Das ist drei Prozentpunkte niedriger als die Durchschnittsschätzung und zwei Prozentpunkte unter unserer Prognose von 4,9 Milliarden Euro Umsatz. Der Markt hatte also mehr erwartet, zumal das Unternehmen schon mehrmals in den vergangenen Jahren die Vorgaben übertreffen konnte.

... die Konkurrenz legt mehr Tempo vor...

Der französische Rivale L´Oréal wartete für das erste Quartal mit einem Umsatzplus von 9,3 Prozent auf. Beiersdorf gab für die Cosmed-Sparte eine Wachstumsrate von acht Prozent bekannt, für den Medizinbereich von einem Prozent. Der Tesa-Umsatz blieb nahezu unverändert.

... das Jahresergebnis 2002 dürfte keine besonderen Überraschungen bringen...

Die Prognose des Unternehmens sieht für das Gesamtjahr eine Ebit-Marge von zwölf Prozent für die Cosmed-Sparte, von vier Prozent für den Medizinbereich und von zwei Prozent für Tesa vor. Daraus errechnet sich eine Nettomarge von etwas mehr als sechs Prozent. Das aber entspricht dem Ergebnis des vergangenen Jahres.

..und ein KGV von 34 ist nicht berechtigt.

Quartalszahlen und Ausblick entsprechen den Prognosen vom November 2001. Sie rechtfertigen kein KGV von 34 für 2002. Der von uns errechnete faire Wert der Aktie liegt bei 110 bis 115 Euro. Wir wiederholen daher unsere Verkaufsempfehlung.

Quelle: Wirtschaftswoche

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