Experten warnen vor Panikmache
Warnungen vor Terroranschlag verunsichern

Warnungen über einen möglichen bevorstehenden Terroranschlag in Deutschland haben am Wochenende für Verunsicherung gesorgt. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) in Wiesbaden gibt es Hinweise von ausländischen Geheimdiensten, die "eine erhöhte Aufmerksamkeit verlangen".

afp BERLIN/WIESBADEN/LONDON. Es gebe aber keine konkreten Anhaltspunkte für ein unmittelbar bevorstehendes Attentat. Widersprüchliche Berichte gab es darüber, aus welcher Quelle die Hinweise zu einem möglichen Anschlag stammten. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, warnte indes vor Panikmache.

Zur Beurteilung der Lage und zur Absprache weiterer Maßnahmen trafen sich die Staatsschutzleiter von BKA, Landeskriminalämtern und Verantwortliche des Bundesamtes für Verfassungsschutz am Samstag in Meckenheim bei Bonn. Weitere Einzelheiten wollte das BKA mit Verweis auf die Ermittlungen nicht nennen. Einen konkreten Termin für einen möglichen Anschlag, wie er vom Münchner Nachrichtenmagazin "Focus" angedeutet wurde, bestätigte das Amt nicht.

Das Magazin hatte berichtet, der US-Geheimdienst habe die deutschen Behörden vor einem unmittelbar bevorstehenden Anschlag islamischer Terroristen gewarnt. Als möglicher Termin sei das Ende des moslemischen Fastenmonats Ramadan an diesem Wochenende genannt worden, als mögliches Anschlagsziel der öffentliche Personennahverkehr. Das Magazin berief sich dabei auf ein BKA-Fernschreiben an das Kanzleramt und alle deutschen Sicherheitsbehörden. Einem vom Geheimdienst abgehörten verschlüsselten Gespräch zufolge sei eine in Deutschland platzierte Terrorzelle darauf vorbereitet, "die Partie zum Fest zu spielen"; damit könnte laut "Focus" das Fastenende gemeint sein.

Nach ARD-Informationen erhielt das BKA die entsprechenden Informationen vom italienischen Geheimdienst, nachdem im November in Mailand zwei mutmaßliche Unterstützer der Terrororganisation Al-Kaida verhaftet worden waren. Nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" basieren die Informationen auf einem abgehörten Gepräch zwischen zwei Arabern in Mailand; unklar sei aber, in welchem Zusmamenhang darin von Deuschland die Rede sei. Das BKA machte keine Angaben zu seiner Geheimdienstquelle.

Wiefelspütz kritisierte die Veröffentlichung solcher Warnungen. Die Öffentlichkeit müsse informiert werden, "aber bitte nicht dann, wenn es nur vage ist", sagte er im Inforadio Berlin. Es müsse alles unterlassen werden, was zu Panik führe. Es seien keine konkreten Terrorismusdrohungen bekannt.

Unterdessen berichteten britische Zeitungen, es seien Pläne für einen geplanten Terroranschlag in London aufgetaucht. Verschiedenen Berichten zufolge wurden entsprechende Aufzeichnungen in einem Ausbildungslager des El-Kaida-Netzwerkes von Osama bin Laden im Süden Afghanistans gefunden. Demnach sollte die Bombe im Herzen des Londoner Finanzdistrikts Moorgate explodieren.

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Terroristen berichtet der "Spiegel", dass es offenbar Kontakte zwischen dem in den USA angeklagten mutmaßlichen Terroristen Zacarias Moussaoui zur Hamburger Zelle um den Todespiloten Mohammed Atta gegeben habe. Dies könne durch Fingerabdrücke unter anderem auf in Deutschland getätigten Zahlungsanweisungen an Moussaoui belegt werden, die dem weltweit gesuchten mutmaßlichen Terrorhelfer Ramzi Binalshibh zugeordnet würden. Dieser habe dem Bericht zufolge auch mehrfach Geld an die Gruppe um Atta überwiesen. Unterdessen berichtete "Focus", ein Neffe des Hamburger Terrorpiloten Ziad Jarrah habe bis kurz nach den Anschlägen in den USA im bayerischen Atomkraftwerk Grundremmingen gearbeitet.

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