Experten warnen vor zu großem Optimismus
Gold-Preis behauptet höheres Niveau

Gold ist deutlich teurer geworden. Bereits am Mittwoch sprang der Preis für die Feinunze Gold im Tagesverlauf um mehr als 7 $ nach oben. Am Donnerstag behauptete sich Gold auf dem höheren Niveau. Zum Nachmittagsfixing in London lag die Unze bei 312,15 $.

HB LONDON/ DÜSSELDORF. Für den überraschenden Preissprung machten Händler verschiedene Faktoren verantwortlich. Neil Meader, von den Londoner Goldberatern Gold Field Mineral Services (GFMS) führt den Preisanstieg auf neue Anschaffungen der Fonds zurück. Diese hätten noch bis vor kurzem durch Verkäufe ihrer Haussepositionen zu dem Preisrückgang beigetragen. Nach Angaben des World Gold Councils bestand zudem Kaufinteresse in Asien. Daneben sei Gold wieder seiner Rolle als "sicherer Hafen" gerecht geworden, nicht zuletzt auf Grund der Spekulationen um eine mögliche Zinssenkung der US-Notenbank.

Kevin Norrish sieht den Preis zumindest kurzfristig in einer Handelsspanne von 312,50 bis 315 $ je Unze. Der Experte von Barclays Capital stand einem nachhaltigen Anstieg des Goldpreises bisher eher skeptisch gegenüber. Norrish zufolge werden die Rückkäufe von Hedgepositionen der Produzenten den Preis noch stabil halten. Dadurch werde der scharfe Rückgang der physischen Nachfrage der Verarbeiter überdeckt. Maßgeblich werde Gold aber weiter durch die Wall Street beeinflusst, ebenso wie durch die Entwicklung von Dollar und Euro.

Neil Meader warnt Anleger jedoch vor übertriebener Euphorie. GFMS sei aufgefallen, dass die viel beschworene Rückkehr der Investoren zum Gold nicht stattgefunden hat. Es seien zurzeit kaum noch physische Anschaffungen, Barrenkäufe und Anlagen anderer Art zu beobachten. Das Rad werde vielmehr von der Spekulation gedreht.

Außerdem sei die physische Nachfrage vor allem bei Verarbeitern in Indien und dem Nahen Osten eingebrochen. Dort habe man "verschreckt" auf den Preisanstieg reagiert und Käufe zurückgestellt. Selbst wenn der Preis plötzlich sinke sollte, griffen diese Käufer nicht gleich zu, sondern warteten ab, ob der Preisrückgang anhält. Auch die konjunkturbedingt geringere Nachfrage von Schmuckverarbeitern im Westen gebe kaum Anlass zu Optimismus.

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