Experten werden in den Irak geschickt
Unesco will Datenbank für irakische Kulturgüter aufbauen

Die Unesco will eine internationale Datenbank aufbauen, in der alle im Irak verschwundenen Kunstgegenstände gespeichert sind. Polizei und Zollbehörden in aller Welt könnten dann jeweils sehr schnell überprüfen, ob sie möglicherweise auf Schmuggelgut gestoßen seien.

HB/dpa LONDON. Dies teilte die UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur am Dienstag bei einer Konferenz in London mit. Dabei werde man eng mit der internationalen Polizeibehörde Interpol kooperieren.

An der Konferenz nahmen Vertreter führender archäologischer Museen aus dem Irak, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden und den USA teil. Die Konferenz appellierte an die USA, die irakischen Grenzen besser zu kontrollieren, um den Schmuggel von Kunstobjekten zu unterbinden. Den UN-Sicherheitsrat forderten die Museumsvertreter dazu auf, Sanktionen gegen Länder zu beschließen, die einen solchen Schmuggel zuließen.

Zum Aufbau der Datenbank will die Unesco in den nächsten Tagen acht Experten in den Irak schicken. Diese Fachleute sollen klären, was genau aus dem Irakischen Nationalmuseum und anderen Kulturstätten verschwunden ist. Eine gewissenhafte Bestandsaufnahme sei der erste Schritt zur Rückgewinnung der Kunstschätze, erläuterte die Unesco. Nach Angaben des Britischen Museums wird sie etwa ein halbes Jahr dauern.

Donny George, der Forschungsdirektor des Irakischen Nationalmuseums, bezeichnete die Plünderungen als "Tragödie für die Menschheit". Die geraubten Kunstgegenstände entstammten einigen der ältesten Kulturen. "Die haben geraubt, was der gesamten Menschheit gehört", sagte George. Es stehe außer Zweifel, dass zu den Plünderern auch Profis mit genauen Fachkenntnissen gehört hätten. Sie hätten zum Beispiel spezielles Werkzeug bei sich gehabt, um Glasvitrinen öffnen zu können. Kopien hätten sie stehen gelassen und nur Originale mitgenommen.

John Curtis, der Nahost-Experte des Britischen Museums, sagte, die Plünderer hätten nicht nur gestohlen, sondern viele Jahrtausende alte Kunstschätze auch mutwillig zerstört. Auch das Archiv des Museums sei völlig verwüstet worden. Sein Wiederaufbau werde Monate oder Jahre in Anspruch nehmen.

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