Experten wittern Morgenluft
Umfrage: Markt ist reif für technische Erholung

Nach einigen guten Tagen scheint die Sonne wieder auf dem Börsenparkett. Der Markt wird dabei von Zinssenkungsfantasien der EZB getrieben. Vorsichtig optimistisch äußern sich daher Markttechniker am Dienstag. Danach sei gerade das Sentiment "bullish", meint Dietmar Rübsam vom Bankhaus Delbrück. Sein Hauptargument dafür: Im Markt herrsche ein Pessimismus wie schon lange nicht mehr. Dagegen seien die verschiedenen charttechnsichen Tools durchaus widersprüchlich.

vwd FRANKFURT. Ähnlich auch die Auffassung seines Kollegen Christian Plenz von der Seydler AG, der davon ausgeht, dass sich in den nächsten zwei Tagen entscheiden wird, ob die Erholung Bestand hat.

Als Dritter im Bund wittert auch Uwe Wagner von der Deutschen Bank Morgenluft. Einig sind sich die drei Experten darin, dass sich beim Dax im Bereich um 5 940 Punkte die weitere Zukunft des Index entscheiden wird. Dabei malt Plenz ein dramatisches Bild. Alle wichtigen Indizes kämpften derzeit mit wichtigen Widerstandsmarken. Aus Erfahrung bleibt der Charttechniker, ebenso wie Wagner, verhalten. Denn ein ähnliches Bild habe es in den vergangenen Monaten bereits zwei Mal gegeben, und beide Male sei der Move gescheitert. "Jedesmal haben es schlechte Nachrichten versalzen", so Plenz.

Richtungsweisende EZB-Entscheidung

Dabei sei der Markt längstens reif für eine technische Erholung. Das müsse aber durch gute Meldungen gefestigt werden. So könnte eine Enttäuschung durch die EZB dafür sorgen, dass es wieder nach unten gehe. Beim Dax besteht nach Ansicht von Delbrück-Mann Rübsam derzeit noch die Gefahr, dass sich der Aufschwung als Bärenmarktrally herausstellt. Aber es gebe auch Stabilisierungstendenzen. So sei mit den beiden Tiefs vom 23. März und vom 4. April charttechnisch klar ein Doppelboden mit einem so genannten Candlestick-Hammer ausgebildet worden. Aber der übergeordnete Abwärtstrend sei nach wie vor intakt. Nun nähere sich der Dax massiven Widerständen. Das sei zum einen der Bereich um 5.940/44 Punkte, dem letzten Zwischenhoch.

Aber um den Abwärtstrend signifikant zu verlassen, müsse die Marke von 6 044 Zählern genommen werden. "Wenn wir darüber hinaus ausbrechen, dann ist der Markt wieder sauber", so der Experte. Dabei sei im Rahmen der Intermarktanalyse auch der Dow-Jones-Index wichtig. Der Ausbruch werde dem Dax nur gelingen, wenn sich auch der Dow über der Marke von 10 300 Zählern stabilisiere. Erst dann sei die Gefahr gebannt, dass der Index ein neues Tief bei 9 100 Punkten markiere. Sollte der Dax seien Widerstandsbereich nach oben verlassen, sei ein mehrmonatiger Aufschwung zu erwarten. Da allerdings das Startsignal für den Kursverfall bei der so genannten Old Economy noch relativ frisch sei, sieht Rübsam dort nur ein begrenztes Erholungspotenzial. Zielzone sei dabei im Dax der Bereich 6 400 bis 6 700 Punkte.

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