Expertenmeinung
Billigflieger haben hohes Wachstumspotenzial

Neue Billig-Fluggesellschaften wie Ryanir und andere könnten nach Expertenmeinung einen Marktanteil von 25 Prozent erreichen. Dagegen regt sich Widerstand bei Umweltschützern.

BERLIN. Billigfluglinien haben nach Ansicht der Unternehmensberatung Mercer Management Consulting (MMC) ein erhebliches Wachstumspotenzial. Bis zum Jahr 2010 werde der Marktanteil der Fluggesellschaften, die auf Serviceleistungen weitgehend verzichten und dafür die Preise für Flugtickets deutlich unter denen etablierter Linien halten, europaweit auf rund 25 % steigen, sagte MMC-Partner Dieter Schneiderbauer am Dienstag im Deutsche Welle TV.

Trotz der niedrigen Tarife erreichten Anbieter wie Ryanair oder Easyjet dank einer günstigen Kostenstruktur eine Vorsteuerrendite von 20 % und mehr. Allerdings liege der durchschnittliche Ticketpreis dieser Anbieter mit 60 bis 80 ? deutlich über den extremen Billigangeboten. Der Reiseveranstalter TUI hatte in der vergangenen Woche mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt, Tickets für Inlandsflüge bereits ab zehn Euro verkaufen zu wollen.

Unterdessen werden angesichts der jüngsten Billigofferten die Forderungen nach einem Ende der Steuerfreiheit für das Flugbenzin Kerosin immer lauter. "Auf diese Weise werden die Fluggesellschaften ungerechtfertigt privilegiert", sagte Gerrit Schrammen, Verkehrsexperte des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der "Berliner Zeitung" (Dienstagausgabe). Der BUND fordere deshalb eine "emissionsabhängige Abgabe für alle Verkehrsträger".

Auch bei der Deutschen Bahn stößt die Steuerbefreiung der Fluggesellschaften auf harsche Kritik. "Diese Diskriminierung ist nicht länger hinnehmbar", sagte Vorstandsmitglied Hans Koch. Nach Berechnungen des Unternehmens wäre ein Flugticket von Berlin nach München rund 16 ? teurer, wenn die Fluggesellschaften ähnlich besteuert würden wie die Bahn.

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