Expertenrat von Ernst & Young
Die 20 wichtigsten Fragen und Antworten zu Fördermitteln in Estland

Wie Sie schnell und unbürokratisch an Fördermittel aus Estland kommen

A. Überblick

1. Welche Industrie- und Dienstleistungssektoren werden besonders gefördert ?

Die Fördermaßnahmen sind bisher nicht auf bestimmte Industrie- und Dienstleistungssektoren begrenzt. Ab dem Beitritt zur EU werden die sektoralen Einschränkungen der Förderung, z.B. im KfZ- oder im Kunstfaserbereich, auch in Estland anzuwenden sein.



2. Welche Bereiche sind von einer Förderung ausgenommen?

Grundsätzlich ist kein Sektor von der Förderung ausgenommen.



3. Wer ist erste Anlaufstelle für Informationen zu Fördermitteln?

Ernst & Young verfügt über ein globales Netzwerk von Förderberatern (Global Incentives Advisor Network), die Investoren und Unternehmen mit Kompetenz und Erfahrung zur Verfügung stehen.



Eine weitere gute Informationsquelle ist die nationale Agentur zur Förderung von Investitionen in Estland (EIA). Die estnische Wirtschaftsförderagentur hat Geschäftsstellen in Tallinn sowie in anderen Städten weltweit. Weiterführende Informationen finden Sie unter www.investinestonia.com.



4. In welchen Regionen werden Investitionen (besonders) gefördert?

Eine regionale Differenzierung der Förderung existiert nicht, von manchen Fördermaßnahmen ist Tallinn aber ausgenommen.



5. Welche generellen Auflagen gibt es für die Inanspruchnahme von Fördermitteln oder Steuererleichterungen?

Es existieren keine generellen Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von Fördermitteln.



6. Was passiert, wenn ich die Auflagen nicht einhalten kann?

Bei Nichteinhaltung der Grundbedingungen nach der Fördermittelgewährung sind die Fördermittel zurückzuzahlen und jegliche erlassenen Steuern nachträglich zu entrichten.



B. Förderung von Betrieben

7 - 11. Welche Investitionsförderungen stehen in Estland zur Verfügung und was sind die wichtigsten Voraussetzungen?

Unternehmensneugründungen werden in Estland unter der Voraussetzung gefördert, dass die Mehrheit der Unternehmensanteile durch estnische Einwohner gehalten wird. Zudem darf es sich bei der Gründung nicht um ein Tochterunternehmen gemäß estnischem Handelsrecht handeln, das Unternehmen nicht älter als ein Jahr sein und nicht mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigen.



C. Förderung öffentlicher Infrastruktur

12. Wird auch die Sanierung, Modernisierung oder Schaffung öffentlicher Infrastruktur gefördert?

Die Rekonstruktion und Neuerrichtung von unternehmensnaher technischer Infrastruktur durch Unternehmen, Kommunalverwaltungen und Unternehmensvereinigungen fördert der estnische Staat mit bis zu 65 % der projektrelevanten Kosten. Förderfähig sind Investitionen im Bereich der Straßen-, Strom-, Wasser-, Abwasser-, Gas- und Kommunikationsnetze, sofern sie außerhalb von Tallinn erfolgen. Zusätzlich muss das Vorhaben die Grundlage für weitere Investitionen/ Unternehmensgründungen und die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region sein.



Von der Förderung ausgeschlossen ist das Vorhaben, wenn



- es von Unternehmen aus den Sektoren Fischereiwirtschaft, Landwirtschaft, Einzelhandel, Großhandel oder Transportgewerbe durchgeführt wird
- das Vorhaben von Grundstücksentwicklern mit dem Ziel des Verkaufs der erschlossenen Flächen durchgeführt wird
- das Infrastrukturprojekt ausschließlich und unmittelbar im Zusammenhang mit den Hauptgeschäftsfeldern des Nutzers des Investitionsvorhabens steht.



Zusätzlich erhält Estland gegenwärtig Fördermittel aus dem europäischen ISPA-Programm (Instrument for Structural Policies for Pre-Accession), mit denen der Infrastrukturausbau (im Verkehrs- und Umweltbereich) in den Beitrittsländern vorangetrieben werden soll. Die Fördermittel werden von öffentlichen Verwaltungsstellen beantragt und verwaltet. Zur Umsetzung der Projekte schreiben die Verwaltungsstellen Aufträge für Privatunternehmen aus, die je nach Finanzvolumen in den lokalen Ausschreibungsblättern oder dem Amtsblatt der EU (Supplement S) bzw. auf der EU Internetseite EuropeAid (http://europa.eu.int/comm/europeaid/cgi/frame12.pl) veröffentlicht werden. Mit dem Beitritt zur Europäischen Union laufen die Mittel aus und werden teilweise durch andere Fördermittel ersetzt (siehe auch Frage 19).



D. Förderung von Personal

13. Welche Fördermöglichkeiten bestehen für die Einstellung von Mitarbeitern?

Es existieren keine gesonderten Förderprogramme zur Einstellung von Mitarbeitern.



14. Wird die Qualifizierung von Personal gefördert?

Vorhaben zur Umschulung und beruflichen Weiterbildung von Mitarbeitern können von Unternehmen in Anspruch genommen werden, die außerhalb von Tallinn, Tartu oder Pärnu tätig sind. In Abhängigkeit von der Größe und dem Standort des Unternehmens sowie der Art der Schulung kann der Zuschuss bis zu 80 % der Kosten für das Schulungsprojekt betragen. Die Mindestförderung beträgt EEK 10.000 (rd. EUR 640), eine Beschränkung der Maximalförderung gibt es nicht.



E. Förderung von Umweltschutzmaßnahmen

15. Welche Fördermöglichkeiten für Umweltschutzmaßnahmen existieren in Estland?

Gesonderte Mittel der estnischen Regierung zur Förderung von Umweltschutzmaßnahmen existieren nicht. Estland erhält aber gegenwärtig Fördermittel aus dem europäischen ISPA-Programm, mit denen auch die Implementierung der EU-Umweltstandards in Beitrittsländern gefördert werden soll (siehe Frage 12).



F. Förderung von grenzüberschreitenden Kooperationen

16. Welche Formen der grenzüberschreitenden Kooperation werden gefördert?

Im Rahmen des PHARE-CBC-Programms wird die regionale grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Unternehmen und Institutionen an den Grenzen zwischen Beitrittsländern und bestehenden europäischen Mitgliedsstaaten gefördert. Die spezifischen Förderbedingungen werden im Rahmen von Ausschreibungen auf der Internetseite http://europa.eu.int/comm/enlargement/borderregions/ bekannt gegeben.



Weiterhin werden im Rahmen des 6. Forschungsrahmenprogramms grenzübergreifende Forschungs- und Entwicklungsvorhaben gefördert, an denen sowohl Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus den bestehenden Mitgliedsstaaten als auch den Beitrittsländern teilnehmen können (vergleiche Frage 18).



G. Förderung von Forschung und Entwicklung

17. Welche Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sind förderfähig?

Gefördert werden insbesondere innovative, technologiebezogene anwendungsnahe Forschungsvorhaben ohne Beschränkungen auf einen Technologiesektor.



18. Welche Fördermöglichkeiten für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben existieren?

Gefördert werden praxisorientierte Forschungsvorhaben, deren Ergebnisse zur Entwicklung neuer oder wesentlich verbesserter Produkte, Technologien oder Dienstleistungen genutzt werden können. Derartige Projekte werden mit Zuschüssen von bis zu 50 % der Gesamtkosten durch die Enterprise Estonia Technology Agency (ESTAG) ausgestattet.



Dessen ungeachtet steht estnischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen bereits jetzt die Teilnahme an Verbundprojekten des 6. EU-Forschungsrahmenprogramms offen, das FuE-Aktivitäten im Rahmen von thematischen Ausschreibungen je nach Kostenart mit 35 % bis 100 % der förderfähigen Kosten bezuschusst. Weitere Informationen sind auf der Website http://fp6.cordis.lu/fp6/ erhältlich.



Neben diesen Zuschüssen ist eine 75 %ige Förderung von angewandten Forschungsvorhaben durch zinsgünstige Darlehen der ESTAG über eine Dauer von maximal drei Jahren möglich.



H. Verschiedenes

19. Sind bereits Änderungen auf dem Fördersektor durch den Beitritt zur EU absehbar?

Mit dem Beitritt erhält Estland Zugriff auf Mittel aus den europäischen Strukturfonds und dem Kohäsionsfonds in Höhe von EUR 617,7 Mio. für 2004 bis 2006. Diese Mittel werden i.d.R. über nationale Förderprogramme vergeben, die gegenwärtig entwickelt werden.



20. Gibt es weitere Fördermöglichkeiten, die durch die bisherigen Antworten noch nicht erfasst sind?

Die Durchführung von Machbarkeitsstudien zur Entwicklung neuer Produkte, Technologien oder Dienstleistungen in Unternehmen können durch die Enterprise Estonia Estonian Technology Agency's (ESTAG) mit bis zu 75 % der Kosten, maximal aber EEK 100.000 (EUR 6.400) gefördert werden.



Zur Unterstützung ihrer Geschäftstätigkeit können Unternehmen Zuschüsse für externe Beratungsdienstleistungen in Höhe von bis zu EEK 15.000 (rd. EUR 960) pro Jahr in Anspruch nehmen. Der Selbstkostenanteil der Unternehmen muss mind. 50 % der anrechnungsfähigen Kosten betragen.



Zusätzliche Fördermöglichkeiten stehen in weiteren Bereichen zur Verfügung. Einige dieser Fördermöglichkeiten können ausschließlich von kleinen und mittleren Unternehmen oder Kommunen in Anspruch genommen werden. Das Fördervolumen dieser sonstigen Förderbereiche ist jedoch vergleichsweise gering.



Weitere Fragen zu Fördermitteln in Estland beantwortet Ihnen:

Leiter Förderberatung & Projektentwicklung, Stephan Naumann, Tel.: +49 (40) 36132-12525, stephan.naumann@de.ey.com.

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