Export bleibt Konjunkturmotor
Rogowski: Strukturreformen können Wirtschaft ankurbeln

Der Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, hat der Bundesregierung einen Mangel an strukturellen Reformen zur Ankurbelung der Wirtschaft vorgeworfen. "Hätte die Politik nur mehr Mut zu strukturellen Reformen, könnte das Wirtschaftswachstum auch in diesem Jahr kräftiger ausfallen", sagte Rogowski zu Beginn der Hannover Messe am Montag.

rtr/afp HANNOVER. Der BDI-Chef mahnte vor allem eine stärkere Tarifentlastung für Personenunternehmen an. Wenn die rot-grüne Koalition die in der Steuerreform bereits vorgesehene Tarifentlastung vorzöge, wäre dies auch für die Konjunktur das richtige Zeichen.

Rogowski sagte weiter, in den deutschen Unternehmen habe sich die Stimmung zu Jahresbeginn merklich eingetrübt. Die Geschäftslage und die Zukunftsaussichten würden längst nicht mehr so rosig wie zur Jahresmitte 2000 eingeschätzt. Der BDI gehe davon aus, dass die Wirtschaft im Jahr 2001 zwischen 2 und 2,5 % wachsen werde. Das zu Jahresbeginn erhoffte Wachstum von knapp unter drei Prozent sei "nicht mehr erreichbar", sagte Rogowski. Damit gehe der Verband von einer "Wachstumsdelle" für das laufende Jahr aus. Diese liefere aber noch keinen Anlass zu Konjunkturpessimismus. "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir nicht in eine Rezession hineinlaufen müssen, sondern das die Politik es in der Hand hat, etwas dagegen zu tun", sagte Rogowski. Mit mehr Mut zu strukturellen Reformen könne die Wachstumsprognose für 2001 erreicht, oder "sogar überschritten werden". Hauptsorge des BDI sei, dass die schlechtere wirtschaftliche Stimmung in den USA nach Europa überspringe.

Rogowski rechnet für das laufende Jahr mit einer "beachtlichen" Zunahme des Ausfuhrvolumens von fast zehn Prozent. Damit bleibe der Export trotz schwierigerer äußerer Bedingungen der Motor der deutschen Konjunktur.

Eine Absage erteilte der BDI-Präsident der Fortsetzung der Sonderförderung für Unternehmen in den neuen Bundesländern nach dem Jahr 2004. Die Förderung sollte innerhalb eines bundesweit einheitlichen Systems organisiert werden. "Unternehmen, die sich bis 2004 nicht aus eigener Kraft behaupten können, werden auch durch dauerhafte Förderung nicht wettbewerbsfähig", sagte Rogowski.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%