Exporte und Binnennachfrage kurbeln Wachstum an
Asien zeigt sich unbeeindruckt von Schwäche in den USA

Asien befindet sich trotz der konjunkturellen Schwäche in den USA und in anderen Industriestaaten wieder auf einem robusten Wachstumspfad. Die Asiatische Entwicklungsbank in Manila hat daher gestern ihre Wachstumserwartungen für 2002 nach oben korrigiert. Die "Bank der Asiaten" schätzt, dass die Wirtschaftsleistung Asiens (ohne Japan) um 5 % zulegen wird. Im April war sie noch von 4,8 % ausgegangen.

cr DÜSSELDORF. Getragen wird der Aufschwung von den Exporten und einer kräftigen Binnennachfrage. Differenziert nach Regionen ergibt sich ein mehrschichtiges Bild. Während der indische Subkontinent etwas zurückfällt, zeigen insbesondere die zentral- und ostasiatischen Länder robuste Zuwachsraten. Auch für die kommenden Monate malen die ADB-Ökonomen ein erfreuliches Bild. Im Jahr 2003 rechnen sie für die 41 Mitgliedstaaten in Asien mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 5,7 %. Findet der Welthandel wieder zum alten Rhythmus zurück, könnte das Wachstum danach sogar noch höher ausfallen. Von der Preisfront gehen keine Gefahren aus. Die Inflation in Asien sinkt nach ADB-Berechnungen auf 2,8 %.

Das größte Risiko für die Konjunkturentwicklung in Asien bildet die schleppende Erholung in den USA. Die ADB rechnet jetzt nur noch mit einem US-Wachstum von 2 % bis 2,5 % in diesem Jahr. Vor einem halben Jahr ging sie von 3 % aus. Auch von der EU und Japan erwartet die Bank keine belebenden Impulse. Damit lahmen gleich drei wichtige Zugpferde für das Wachstum in Asien. Denn ein Viertel der asiatischen Exporte fließen nach Nordamerika, 15 % in die Euro-Zone und 12 % nach Japan. Weiteres Gefahrenpotenzial für die Erholung geht von den Ölpreisen aus, vor allem wenn der Irak-Konflikt eskalieren sollte. Allerdings seien die Länder Asiens heute in einer besseren Verfassung, um die Volatilität auf den Ölmärkten abzuwehren, als vor fünf Jahren.

Deutliche Anstrengungen müssen die Staaten Südostasiens nach Auffassung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) allerdings unternehmen, um mehr Investitionskapital anzuziehen. Die Investitionsquoten seien "zum Teil dramatisch zurückgegangen" und liegen fünf Jahre nach der Asienkrise immer noch zehn Prozentpunkte unter dem Wert von 1996. Das DIW mahnt Indonesien, Südkorea und Thailand, mehr Anstrengungen für die Steigerung der Leistungsfähigkeit von Geschäftsbanken zu unternehmen. Die ADB erwartet eine Wende bei den Direktinvestitionen in der zweiten Jahreshälfte 2002.

Quelle: Handelsblatt

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