Exportgeschäft läuft gut
Bahnindustrie trotzt der Konjunkturkrise

Die Bahnindustrie in Deutschland trotzt vor allem dank des Exports der Konjunkturkrise und erwartet 2003 erneut Rekordumsätze.

Reuters BERLIN. Der Umsatz der Industrie werde voraussichtlich auch in diesem Jahr leicht steigen, teilt der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) am Mittwoch in Berlin mit. Im vergangenen Jahr hätten die Mitgliedsunternehmen den Umsatz um neun Prozent auf 8,4 Mrd. ? gesteigert, sagte VDB-Präsident Dieter Klumpp. Ähnlich stark sei die Zahl der Mitarbeiter auf knapp 39 000 gestiegen.

Klumpp beklagte einen Mangel von rund 4000 Ingenieuren, die die Industrie in den nächsten zwei bis drei Jahren eigentlich einstellen müsste. Kritik übte der Verband am neuen Bundesverkehrswegeplan, der die Schiene benachteilige. Außerdem verlangte die Industrie für den Schienenverkehr ähnliche Entlastungen wie sie die Speditionsunternehmen nach Einführung der LkW-Maut erhalten sollen.

Die Bahnindustrie profitierte in den vergangenen Jahren vor allem von dem starken Nachholbedarf der Deutschen Bahn AG bei Investitionen, zunehmend aber auch von Bahnen in anderen Ländern. 2002 habe der Auftragseingang um fast zehn Prozent zugelegt. Fast die Hälfte der Orders kämen mittlerweile aus dem Ausland. Klumpp nannte Großaufträge aus Großbritannien sowie aus asiatischen Ländern. "Ich hoffe, dass sich auch das Inlandsgeschäft 2003 wieder erholt." Das Geschäft habe hier etwa durch Rechtsstreitigkeiten bei der Vergabe von Aufträgen für den Nahverkehr an die Bahnen gelitten. Der Export könne durch den starken Euro in diesem Jahr beeinträchtigt werden. "Wir hoffen aber, dass die Auftragseingänge in diesem Jahr auf dem Vorjahresniveau bleiben", sagte Klumpp.

Klumpp räumte Fehler bei den neuen ICE-3 Zügen der Deutschen Bahn ein, die auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen dem Rhein/Main-Gebiet und Köln fahren sollten. Bis November sollten die Mängel aber behoben sein, kündigte Klumpp an. Die Bahn hatte in der Vergangenheit wiederholt über unzuverlässige Züge geklagt und damit teilweise Verspätungen begründet.

VDB-Hauptgeschäftsführer Michael Clausecker kritisierte den neuen Bundesverkehrswegeplan. Er benachteilige die Schiene gegenüber der Straße. Die Mittel für das Gleisnetz müssten in den nächsten Jahren auf dem heutigen Niveau von 4,4 Mrd. ? verstetigt werden.

Clausecker begrüßte zwar die Einführung einer LkW-Maut, forderte aber im Gegenzug ähnlich wie die Spediteure Entlastungen auch für die Bahnen. Als Grund nannte er, dass auch die Schieneverkehrsunternehmen für die Nutzung der Trassen zahlen müssten. Wenn die Spediteure nun als Kompensation für die Maut um 300 Mill. ? entlastet würden, müsse gleiches auch für die Bahnen gelten.

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