Exportunterlagen liegen vor
Portugal beharrt: BSE-Rind auf Azoren stammte aus Deutschland

dpa LISSABON. Die Behörden in Portugal beharren darauf, dass das auf den Azoren an BSE erkrankte Rind aus Deutschland stammte. Die autonome Regierung der atlantischen Azoren beschuldigte die deutschen Instanzen, ein falsches Spiel zu treiben. Der Regierungschef der zu Portugal gehörenden Inselgruppe, Carlos Cesar, erklärte nach Angaben der Zeitung "Publico" vom Dienstag: "Uns liegen die Exportunterlagen des Tieres vor. Wir wissen, woher die Kuh stammte. Es ist ein Leichtes zu behaupten, man habe diese oder jene Analyse vorgenommen."

Ein Gentest der Universität Göttingen hatte ergeben, dass das Tier - entgegen bisherigen Annahmen - nicht von einem Hof in Sachsen- Anhalt stammte. Der Azoren-Regierungschef meinte demgegenüber: "Man sollte es kaum glauben, aber auch die Deutschen können sich irren." Der regionale Agrarminister Ricardo Rodrigues sagte: "Das kennen wir schon. Kein Land will ohne weiteres eingestehen, dass ein BSE-krankes Rind von seinem Territorium stammt."

Wie aus diplomatischen Kreisen in Lissabon verlautete, hat Portugal den Deutschen bislang nicht die Exportunterlagen zugeschickt, in denen die Herkunft des Rindes dokumentiert wird. Die Azoren-Regierung nimmt an, dass es möglicherweise eine Verwechselung gegeben habe. In Regierungskreisen hieß es nach Angaben der Zeitung: "Alle Papiere deuten darauf hin, dass das Rind aus Deutschland stammte. Die Tatsache, dass seine Vorfahren keine deutschen Tiere waren, hat nichts zu bedeuten. Vielleicht stammte die Kuh von Rindern ab, die Deutschland aus dem Ausland importiert hatte."

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