Expräsident verweigert weiterhin Zusammenarbeit mit UN-Tribunal: Milosevic blockiert Anhörung vor Gericht

Expräsident verweigert weiterhin Zusammenarbeit mit UN-Tribunal
Milosevic blockiert Anhörung vor Gericht

Rund einen Monat vor Beginn des Kosovo-Prozesses gegen Slobodan Milosevic hat der ehemalige jugoslawische Präsident am Mittwoch erneut jegliche Zusammenarbeit mit dem UN-Tribunal verweigert.

ap DEN HAAG. Milosevic warf dem Haager Gericht bei der fünften Anhörung seit seiner Auslieferung im Juni wiederum vor, voreingenommen zu sein, und beschuldigte die NATO der Gräueltaten im Kosovo. Auf die Vorwürfe der Anklage ging er nicht ein.

Milosevic ist wegen Kriegsverbrechen im Kosovo in fünf Fällen angeklagt. Er wird beschuldigt, für den Tod von fast 900 Albanern verantwortlich zu sein sowie für die Vertreibung von 800.000 Menschen und für sexuelle Übergriffe seiner Soldaten. Vor dem UN-Tribunal erklärte Milosevic am Mittwoch, die Anklage basiere lediglich auf britischen Geheimdienstberichten. Dass mit Richard May ein britischer Richter Vorsitzender sei, weise auf die Befangenheit des Tribunals hin. May schaltete daraufhin Milosevics Mikrofon ab und erklärte die Anhörung für beendet.

Milosevic werde im Prozess, der am 12. Februar beginnen soll, noch ausreichend Gelegenheit haben, sich zu äußern, sagte May. Er rief den jugoslawischen Expräsidenten auf, seine Entscheidung zu überdenken, sich selbst zu verteidigen. Milosevic hat angekündigt, sich im Februar selbst vor Gericht zu vertreten. Er erkennt das UN-Tribunal nicht an und weigert sich bislang, Verteidiger zu benennen. Ein Termin für die Prozesse zu den Kriegen in Kroatien und Bosnien steht noch aus.

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