Expresszertifikate
Zügig zum Ziel

Schnell und einfach, so wie bei einer gelungenen Bahnreise fahren Anleger mit Expresszertifikaten: Sitzen die Investoren im richtigen Zug, erhalten sie ihr eingebrachtes Kapital inklusive einer attraktiven Prämie zurück – vorausgesetzt, alles läuft nach Fahrplan. Wer sich für Expresszertifikate entscheidet, sollte vor allem eines beherzigen.

DÜSSELDORF. Inzwischen haben Expresszertifikate einen Marktanteil von über 15 Prozent des Gesamtvolumens von Anlagen in Zertifikaten erreicht. Tendenz steigend: Nach den Discountzertifikaten sind Expresspapiere in der Marktstatistik der Emittentenvereinigung Derivate Forum mit einem Anstieg von 3,4 Prozent die am stärksten wachsende Gattung.

Die Produkte eignen sich für Investoren mit einem Anlagehorizont von einem bis vier Jahren, die darauf vertrauen, dass die Märkte im genannten Zeitraum sich seitwärts bis leicht steigend entwickeln werden. Also genau die Situation, die viele Marktbeobachter nach der Hypothekenkrise nun prophezeien.

Expresszertifikate gibt es auf Aktien, Aktienkörbe, Indizes, Rohstoffe und marktneutrale Strategien. „Ideal für diese Anlagezertifikate sind ein stabiles bis rückläufiges Zinsniveau und eine geringe Volatilität des Basiswertes“, sagt Matthias Hüppe, Zertifikateexperte bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Denn das führt bei den Finanzmärkten meist zu seitlichen Kursentwicklungen. Laut Hüppe können Anleger im Schnitt mit Renditen zwischen sechs und acht Prozent rechnen.

Als Erfinderin der flotten Zertifikateflitzer gilt die Münchner Hypo-Vereinsbank (HVB). Mittlerweile gehört sie heute zu den Marktführern bei Expresszertifikaten. Konkurrenten brachten Kopien namens „Minimax“- und „Maxi RentTracker“-Zertifikate schnell in Umlauf, haben aber trotz der anderen Namen ein identisches Auszahlungsprofil: Anleger erhalten ihr Kapital plus einen fixen Kupon, wenn der Kurs des Index oder der Aktie, auf die das Expresszertifikat begeben wurde, an einem vorher festgelegten Beobachtungstag auf oder über dem Niveau notiert, das bestand, als das Zertifikat herauskam. Dieser erste Beobachtungstag liegt immer ein gutes Jahr nach dem offiziellen Start des Zertifikats. Nach dieser Haltedauer sind die Gewinne für den Anleger auch nach derzeitigem Stand noch bis Mitte 2009 steuerfrei.

Hat der Basiswert sich am Beobachtungstag dagegen nicht per Saldo zumindest behauptet, so sinkt der Wert des Zertifikats am Sekundärmarkt. Doch solange der Anleger jetzt nicht verkauft, realisiert er auch keinen Verlust, denn die Laufzeit des Zertifikats verlängert sich automatisch um ein Jahr. Und am nächsten Beobachtungstag werden die relevanten Werte erneut miteinander verglichen. Nur der Stichtag entscheidet - wie sich der Basiswert während der Laufzeit entwickelt, kann dem Anleger zunächst einmal egal sein. Dieses Spiel wiederholt sich bis zu viermal. Der Kupon wird dabei jeweils addiert. Schafft der Basiswert das nötige Kursplus also erst nach vier Jahren, wird der vierfache Kupon ausbezahlt. Verluste entstehen dem Anleger erst, wenn der Basiswert sein Einstiegsniveau auch am letzten Stichtag nicht knackt oder unter das Niveau einer meist eingebauten Schutzbarriere von etwa 20 bis 30 Prozent fällt: Der Investor partizipiert dann eins zu eins an den Verlusten des Basiswertes. Ist der Basiswert beispielsweise nur noch die Hälfte seines Ausgangsniveaus wert, erhält der Anleger vom eingesetzten Kapital auch nur die Hälfte zurück.

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