Extremisten warnen philippinische Regierung vor Befreiungsversuch
Abu Sayyaf drohen mit Ermordung ihrer Geiseln

Die extremistische Moslemgruppe Abu Sayyaf hat am Dienstag mit der Ermordung der 20 aus einer Hotelanlage im Westen der Philippinen entführten Geiseln gedroht. "Wir sind bereit zu sterben. Dies ist Selbstmord", sagte ein Anführer der Gruppe, Abu Sabaya, dem Rundfunksender Radio Mindanao Network.

ap MANILA. Die Geiseln würden getötet, falls die Armee versuche, sie zu befreien. Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo bekräftige am Dienstag ein hartes Vorgehen gegen die Extremisten.

"Es wäre gut, wenn Sie alle Geiseln freilassen, denn andernfalls werden Kugeln auf Sie niederregnen", sagte Arroyo auf einer Pressekonferenz an die Abu Sayyaf gewandt. Den Familien der Entführten, darunter drei Amerikaner, versicherte sie, es werde alles getan, um die Sicherheit der Geiseln zu gewährleisten. Zugleich verhängte Arroyo eine Nachrichtensperre über Einzelheiten des militärischen Vorgehens gegen die Abu Sayyaf.

Zuvor hatte die philippinische Armee mitgeteilt, hunderte Soldaten seien in Marsch gesetzt worden. Generalleutnant Gregorio Camiling sagte, zusätzliche Truppen könnten schnell von der Hauptinsel Luzon eingeflogen werden, falls die Geiselnehmer aufgespürt würden.

Unklarheit herrschte nach wie vor über den Verbleib der Entführten. Die Abu Sayyaf erklärte, sie seien in zwei Gruppen aufgeteilt und auf die Inseln Basilan und Sulu gebracht worden. Dagegen gingen Vertreter der Streitkräfte davon aus, dass sich die Kidnapper mit ihren Geiseln auf der Insel Cagayan de Tiwi Tiwi versteckt halten - auf halbem Weg zwischen der Hochburg der Abu Sayyaf im Süden der Philippinen und der Insel Palawan, von wo aus die 20 Personen am Sonntag entführt worden waren.

Die mit Skimützen vermummten Männer hatten in einer 20 Minuten dauernden Aktion ein amerikanisches Missionarsehepaar, einen weiteren Amerikaner, 13 chinesischstämmige Philippiner und mehrere Beschäftigte der Ferienanlage Dos Palmas Island Resort in ihre Gewalt gebracht. Die philippinische Regierung, die Lösegeldzahlungen kategorisch ablehnt, setzte eine Belohnung von umgerechnet insgesamt zwei Mill. Dollar (4,56 Mill. DM/2,33 Mill. Euro) zur Ergreifung der Täter aus. Mitglieder der Abu Sayyaf hatten im vergangenen Jahr auf der malaysischen Ferieninsel Sipadan mehrere Touristen als Geiseln genommen, darunter die Göttinger Familie Wallert.

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