EZB bestätigt längerfristige Euro-Käufe
Euro rutscht auf Tagestief zum Dollar ab

Nach einem Hoch am Vormittag war der Euro am Mittag auf ein Tief von 0,8619 $ abgerutscht. Inzwischen erholte er sich leicht.

Reuters FRANKFURT. Durch den Abbau spekulativer Positionen ist der Euro heute von seinem am Vormittag erreichten Hoch bei 0,8699 $ auf ein Tief bei 0,8619 $ abgerutscht. Gegen 13.10 Uhr notierte die Währung wieder etwas höher mit 0,8631/36 $, nachdem Investoren, die am Morgen Euro-Positionen aufgebaut hatten, diese wieder abstießen. Händler sagten, Investoren hätten die Positionen aufgebaut, nachdem die EZB bestätigt hatte, dass ihre Verkäufe von Zinseinnahmen gegen Euro sich über einige Tage erstrecken würden. Nachdem der Kurs im Verlauf nachgegeben habe, seien die Positionen wieder aufgegeben worden.

Äußerungen von EZB-Direktoriumsmitglied Sirkka Hämäläinen, wonach es noch lange dauern werde, bis der Euro wieder steigt, hätten den Kurs zusätzlich belastet. Dagegen habe die Intervention der Dänischen Notenbank keine nennenswerten Auswirkungen gezeigt.

Im Referenzkursverfahren Öffentlicher Banken wurde für den Euro ein Kurs von 0,8633 nach 0,8690 $ am Vortag festgestellt. Der Dollar kostete damit 2,2655 (2,2507) DM. Der Referenzkurs zum Yen wurde mit 92,95 (93,15) Yen ermittelt. Die US-Währung notierte gegen 13.10 Uhr mit 107,65/75 nach 107,61/69 Yen am Vorabend in New York. "Es sollte nicht überraschen, wenn wir auch heute an den Devisenmärkten aktiv sind", hatte ein EZB-Sprecher am Vormittag gesagt. Die EZB hatte erklärt, zukünftig regelmäßig Zinserträge zum Kauf von Euro zu verwenden. Der Euro hatte schon gestern nur vorübergehend von dieser Transaktion profitiert, die Analysten als getarnte Intervention werteten.

EZB: Euro-Kurs in keinem Verhältnis zur Wirtschaft

Angesichts des Treffens der G-7-Notenbankchefs und Finanzminister am 23. September, das im Vorfeld der Jahrestagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) stattfindet, verhielten sich die Investoren vorsichtig. Dennoch sähen sie nur geringe Chancen für eine Erklärung zur Verteidigung des Euro.

Wie Hämäläinen heute auf einer Konferenz in Kopenhagen sagte, werde der Kurs der Gemeinschaftswährung zulegen. Allerdings sei schwer einzuschätzen, wann dies geschehen werde. Zugleich bekräftigte sie, die EZB sei mit der gegenwärtigen Wechselkursentwicklung des Euro nicht zufrieden. Der Euro-Kurs spiegele nicht die wirtschaftliche Stärke der Euro-Zone wider. Zur Wirtschaftsentwicklung sagte sie, es gebe keinen Grund anzunehmen, dass die Wirtschaft in der Euro-Zone mittelfristig langsamer wachsen werde als in den USA. Die EZB habe mit ihrer Geldpolitik Preisstabilität garantiert und zum wirtschaftlichen Wachstum beigetragen.

Die Reaktion des Marktes auf die Kronen-Käufe der dänischen Notenbank gegen Euro nannten Händler undramatisch. Die Zentralbank habe bei einem Kurs von 7,4675 Kronen je Euro interveniert und ihre eigene Währung gekauft, sagten Händler. Das war der niedrigste Kurs der Krone zum Euro seit dem Start der Gemeinschaftswährung am 1. Januar 1999. Die dänische Währung bleibt in ihrem im Wechselkursmechanismus festgelegten Fluktuationsband zum Euro von plus/minus 2,25 %. Analysten erklärten, die Schwäche der Krone hänge mit dem am 28. September geplanten Referendum zum Beitritt Dänemarks in die Euro-Zone zusammen.

Gold notierte am Vormittag in London leichter. Beim Fixing wurde für die Feinunze ein Preis von 272,85 nach 273,10 $ am Donnerstagnachmittag ermittelt.

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