EZB-Entscheidung enttäuscht
Dax bricht um fast vier Prozent ein

Der Frankfurter Aktienmarkt hat am Donnerstag mit schweren Verlusten geschlossen. Der Dax sank dabei um fast vier Prozent. Nach der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins unverändert zu belassen, verstärkte sich der Abwärtstrend markant.

HB/dpa FRANKFURT/M. Eine erneut schwache Wall Street und der zum Dollar stark steigende Eurokurs belasteten zum Abend hin die Stimmung der Anleger zusätzlich. Bis Handelsschluss brach der Dax um 3,98 Prozent auf 2886,08 Punkte ein. Der MDax fiel um 1,11 Prozent auf 3212,34 Zähler. Der TecDAX sank klar unter 400 Punkte, verlor 5,46 Prozent und schloss bei 383,40 Zählern. Die EZB hatte am Nachmittag erwartungsgemäß den wichtigsten Leitzins unverändert bei 2,50 Prozent belassen. Der Euro übersprang am Devisenmarkt am Abend kurzzeitig die Marke von 1,15 Dollar.

"Es gibt genug Argumente, die derzeit gegen den Kauf von Aktien sprechen", sagte ein Händler. "Die schlechten Konjunkturdaten und die Angst vor wirtschaftlichen Auswirkungen der Lungenkrankheit SARS können selbst positive Unternehmensdaten nicht nachhaltig aufwiegen". Von den 30 Dax-Werten schlossen mit BMW und Fresenius Medical Care überhaupt nur zwei im Plus.

Sehr schwach schloss die Aktie des Reiseunternehmens TUI. Sie verlor 7,89 Prozent auf 12,61 Euro. Bereits am Vortag waren die Aktien nach Vorlage der Bilanz für das Jahr 2002 und einem schwachen Ausblick auf das laufende Jahr eingebrochen. Die Angst vor Lungenkrankheit SARS dämpft mittlerweile spürbar die Lust der Europäer an Fernreisen.

Spitzenreiter Fresenius Medical Care stieg um 1,63 Prozent auf 41,75 Euro. Ihr folgte die Aktie des Autoherstellers BMW, deren Kurs nach Vorlage der Quartalsbilanz 1,10 Prozent auf 28,41 Euro gewann. Obwohl der BMW-Konzern im März den ersten Absatzrückgang seit mehr als drei Jahren hinnehmen musste, hält BMW-Chef Helmut Panke unbeirrt an seinem Ziel fest, das Rekordergebnis des Vorjahres zu erreichen. Die Anleger hat das nach Ansicht von Händlern überzeugt.

Die Papiere des Sportartikelherstellers Adidas-Salomon gaben 5,05 Prozent auf 78,42 Euro nach. Die Hauptversammlung des Konzerns war von Protesten von Tierschützern begleitet. Als Hauptabnehmer von Känguru-Häuten sei adidas mitverantwortlich für den massenhaften Abschuss der Tiere in Australien. "Inwiefern dies dem Unternehmen tatsächlich schaden könnte, ist noch nicht absehbar", urteilte Aktienmarktstratege Christian Schmidt von der Frankfurter Helaba.

Am Rentenmarkt stieg der Rex um 0,33 Prozent auf 119,37 Punkte. Der Bund Future stieg auf 116,07 Zähler. Die Umlaufrendite fiel auf 3,66 (Mittwoch: 3,73) Prozent. Kurs des Euro ist am Donnerstag weiter gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1435 (Mittwoch: 1,1427) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8745 (0,8751) Euro.

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