EZB
EZB lässt Leitzinsen unverändert

Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen erwartungsgemäß auf ihrem bisherigen Niveau belassen. Der Euro lag kurz nach Bekanntgabe der Entscheidung bei 0,8430 $ nahezu unverändert.

Reuters PARIS. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen in der Euro-Zone unverändert gelassen. Der Mindestbietungssatz für die als Zinstender ausgeschriebenen Hauptrefinanzierungsgeschäfte betrage weiterhin 4,75 %, teilte die EZB am Donnerstag im Anschluss an die auswärtige Ratssitzung in Paris mit.



Nur zwei Wochen nach der jüngsten Zinsanhebung war an den Finanzmärkten trotz der deutlichen Kursverluste des Euro in den vergangenen Tagen mit dieser Entscheidung gerechnet worden. Die Gemeinschaftswährung, die sich am Donnerstag angesichts von Spekulationen über neue Interventionen von seinem vortags erreichten Rekordtief von 0,8324 $ erholt hatte, reagierte daher kaum.

Unmittelbar nach der Zinsentscheidung notierte die Gemeinschaftswährung mit Kursen um 0,8430 $ nahezu unverändert.



EZB-Chef Wim Duisenberg wollte den Zinsbeschluss ab 14.30 Uhr vor der Presse in Paris erläutern. Dabei müsse der seit Tagen in der Kritik stehenden Notenbankchef deutlich machen, dass die EZB den Euro sehr wohl am Devisenmarkt stützen kann, sagten Analysten.



Entsprechend ihres Zinsbeschlusses hält die EZB auch am Zinskorridor für den Euro-Geldmarkt weiter fest. Es bleibe bei 3,75 % für die Übernacht-Einlagen von Geschäftsbanken bei der EZB (Einlagenfazilität) und bei 5,75 % für Übernacht-Kredite (Spitzenrefinanzierung), teilte die Notenbank mit. Erst am 5. Oktober hatte die zum siebten Mal seit November 1999 die Zinsen erhöht und alle drei Leitzinsen in der Euro-Zone um 25 Basispunkte angehoben.

Duisenberg steht seit Wochenbeginn in der Kritik, da er Devisenhändlern und Volkswirten zufolge in einem Zeitungsinterview signalisierte, die EZB werde im Falle von Kursverlusten wegen der Nahost-Krise nicht zu Gunsten des Euro intervenieren. Ein Rücktritt des Niederländers gilt unter Volkswirten allerdings als unwahrscheinlich. Denn es wird ohnehin erwartet, dass Duisenberg im Jahr 2002 für den französischen Notenbankpräsidenten Jean-Claude Trichet vorzeitig seinen Platz räumen wird.

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