EZB prognostiziert für nächstes Jahr ein Wachstum von 3,5 Prozent
Wirtschaft in der EU legt weiter zu

afp BRÜSSEL/BERGAMO. Die Wirtschaft in der Europäischen Union und in der Euro-Zone hat im ersten Quartal weiter zugelegt. Wie das EU-Statistikamt Eurostat am Freitag in Brüssel mitteilte, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sowohl in der EU als auch in den elf Euro-Staaten gemessen am ersten Viertel des vergangenen Jahres um 3,2 Prozent. Im Vergleich zum vierten Quartal 1999 errechneten die Fachleute ein Wachstum von 0,7 Prozent. EZB-Zentralbankratsmitglied Tommaso Padoa-Schioppa sagte in Bergamo, das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone werde in den Jahren 2000 und 2001 eher 3,5 als drei Prozent erreichen. Dresdner-Bank-Analyst Wolfgang Leim urteilte, die Zahlen seien "insgesamt positiv" zu sehen. Damit werde die Prognose seines Hauses bestätigt, das ein Wachstum von drei Prozent im laufenden Jahr erwarte, sagte er AFP.

Den Eurostat-Angaben zufolge legte vor allem der Außenhandel der Euro- und der übrigen EU-Staaten im ersten Quartal stark zu; die privaten Konsumausgaben waren "dagegen von einem Stillstand gekennzeichnet". Zum Vergleich verwiesen die Statistiker auf das BIP-Wachstum in den USA von 1,3 Prozent im ersten Quartal verglichen mit dem letzten Viertel des Vorjahres.

Padoa-Schioppa sagte, das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone könne seiner Einschätzung nach vier bis 4,6 Prozent erreichen, ohne dass die Stabilität der Preise gefährdet werde. Als Beispiel nannte er die starke US-Konjunktur. Ohne mehrere Jahre hohen Wachstums sei es schwer, die Arbeitslosigkeit abzubauen, betonte das Zentralbankratsmitglied der Europäischen Zentralbank.

"Wir gehen davon aus, dass die günstige Entwicklung den Euro unterstützt", betonte Leim. Der Euro werde sich im Verlauf des Jahres weiter erholen und die Parität mit dem Dollar erreichen. Die Wachstumsrate von 0,7 Prozent sei nach den bereits vorliegenden Daten aus den wichtigsten Euro-Staaten Deutschland und Frankreich zu erwarten gewesen. Insgesamt gesehen bestätigten sie "günstige Perspektiven für den Euro-Raum". Die Lage bei den privaten Konsumausgaben sei aber noch enttäuschend, betonte der Dresdner-Bank-Experte. Maßgeblich dafür sei die schwache Entwicklung in Deutschland, die aber nur einen vorübergehenden Einbruch darstelle. Der private Verbrauch in Frankreich sei bereits kräftiger angestiegen, erinnerte Leim.

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