EZB-Rat tagt am Donnerstag wie geplant
EZB-Zinssenkung unwahrscheinlich

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) wird wie geplant am Donnerstag tagen und turnusgemäß über die Geldpolitik in der Euro-Zone entscheiden. Die Gespräche im vierteljährlich stattfindenden erweiterten Rat würden allerdings im Rahmen einer Telefonkonferenz geführt, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Frankfurt.

rtr/vwd/dpa FRANKFURT/BRÜSSEL. Am erweiterten Rat nehmen neben den sechs Direktoriumsmitgliedern und den zwölf Notenbank-Chefs der Euro-Zone auch die drei Zentralbankpräsidenten der EU-Staaten teil, die nicht zum Euro-Raum gehören - also Großbritannien, Dänemark und Schweden.

Die Mehrheit der von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Volkswirte rechnet auch nach dem Terroranschlag in den USA nicht mit einer Zinssenkung. Sie würde Panik hervorrufen, weil sie als Panik der EZB gewertet würde, hieß es. EZB-Präsident Wim Duisenberg hatte am Mittwoch in Brüssel bekräftigt, das gegenwärtige Zinsniveau sei angemessen zur Sicherung eines stabilen Preisniveaus. Die Inflation werde voraussichtlich 2002 und 2003 im Schnitt unter der Toleranzgrenze der EZB von zwei Prozent liegen.

Die EZB hat die Leitzinsen in diesem Jahr zweimal um jeweils 25 Basispunkte auf einen Schlüsselzins von 4,25 Prozent gesenkt. Analysten zufolge wird die Notenbank bei weiteren Senkungen das Zinsniveau ebenfalls in Viertelprozentpunkt-Schritten reduzieren.

Britische Notenbank: Gemeinsame Zinssenkung 'sehr unwahrscheinlich'

Nach den tödlichen Terroranschlägen in den USA ist ein gemeinsamer Zinsschritt der wichtigsten Zentralbanken nach Einschätzung des britischen Notenbank-Chefs Eddy George "sehr unwahrscheinlich". Nach den jüngsten Ereignissen seien alle großen Volkswirtschaften in einer ähnlichen Lage, sagte der Gouverneur der Bank von England zur Begründung am Mittwoch in der BBC.

Die EZB und die nationalen Zentralbanken (NZBen) des Eurosystems stehen bereit, wenn es an den Märkten auf Grund von Informationsmängeln zu Liquiditätsengpässen kommen sollte. Das hat EZB-Präsident Wim Duisenberg am Mittwoch in Brüssel vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments (EP) versichert. Die EZB habe am Vortag mit der Federal Reserve und den anderen Zentralbanken weltweit in engem Kontakt gestanden und werde dies auch weiter tun.

Auf die Frage von Abgeordneten, ob denn angesichts der Anschläge in den USA und der Reaktionen an den Märkten nun nicht Zeit sei für ein "klares Signal" der Zentralbank, antwortete Duisenberg, ein solcher unmittelbarer Schritt würde eher als eine Panikreaktion aufgenommen werden als eine Aktion für Stabilität und Ruhe.

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) betonte, die Finanzmärkte rund um den Globus funktionierten weiter. Dafür würden Regierungen, Notenbanken und Märkte gemeinsam Sorge tragen, versprach Eichel in Berlin. Es gebe zudem Hoffnung, "dass die konjunkturelle Entwicklung keinen dramatischen Schock erhalten wird".

"Angesichts der unvorstellbaren Ereignisse in den USA haben die Kursentwicklungen auf den Aktienmärkten keine Dramatik", erklärte der Minister zu den schweren Kurstubulenzen bis zum Börsencrash. Auch der Geldhandel habe sich "weitestgehend stabilisiert".

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