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EZB sieht gestiegene Risiken für Konjunktur durch Ölpreis

Die Europäischen Zentralbank (EZB) hat ihren Konjunkturoptimismus angesichts steigender Rohölpreise zurückgenommen. Eine Zinserhöhung ist nach Einschätzung von Volkswirten in weite Ferne gerückt.

dpa-afx FRANKFURT. Die Europäischen Zentralbank (EZB) hat ihren Konjunkturoptimismus angesichts steigender Rohölpreise zurückgenommen. Eine Zinserhöhung ist nach Einschätzung von Volkswirten in weite Ferne gerückt. Ein weiterer Anstieg der Ölpreise wird nach Einschätzung von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet das Wirtschaftswachstum dämpfen. Zuvor hatte die EZB ihren Leitzins wie von Volkswirten erwartet bei 2,0 Prozent belassen. Diese Entscheidung wurde von Beobachtern einhellig erwartet.

Die Ölpreise könnten sowohl das Wachstum in der Eurozone als auch weltweit belasten, sagte Trichet am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Frankfurt. "Dies ist eine beunruhigende Entwicklung."

Die Abwärtsrisiken für das Wachstum in der Eurozone haben nach den Worten des EZB-Präsidenten zugenommen. Die Konjunkturindikatoren seien zuletzt gemischt ausgefallen. Für 2005 sieht Trichet aber Anzeichen für weiteres Wachstum. Dieses werde vor allem von der weltweiten Nachfrage getrieben. Aber auch der Konsum nehme zu.

Anhaltend Unveränderte Leitzinsen Erwartet

Die pessimistischere Einschätzung zur Konjunkturentwicklung dürfte die EZB nach Einschätzung der Fondsgesellschaft Invesco dazu veranlassen, ihren Leitzins bis Mitte 2005 nicht zu verändern. Die HVB Group erwartet bis Mai 2005 unveränderte Leitzinsen. Neben den Abwärtrisiken durch den Rohölpreise dürfte auch die Aufwertung des Euro die EZB von einer Zinserhöhung abhalten.

Die Inflation in den Euroländern werde in den kommenden Monaten über der Warnschwelle von zwei Prozent verharren. "Die anhaltend hohen Ölpreise haben einen direkten Einfluss auf die Verbraucherpreise in diesem Jahr gehabt", sagte Trichet. Die Inflation werde in den kommenden Monaten zunächst wohl klar über zwei Prozent bleiben. Im Laufe des Jahres 2005 dürfte sie jedoch wieder unter die Marke von zwei Prozent fallen. Eine Prognose über den Durchschnittswert der Inflation im kommenden Jahr wollte Trichet nicht abgeben. Nach EZB-Definition herrscht bei einer Inflation von unter aber aber nahe bei zwei Prozent Preisstabilität.

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