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EZB startet Beratungen über Goldpolitik

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag seine Beratungen über die Geldpolitik in der Euro-Zone begonnen.

FRANKFURT. Obwohl sich immer deutlicher eine wirtschaftliche Erholung abzeichnet, wird die Notenbank wohl noch mit einer Erhöhung ihre Leitzinses von derzeit 3,25 % abwarten.

Die EZB wird ihre Entscheidung über das zukünftige Zinsniveau gegen 13.45 Uhr bekannt geben. Ab 14.30 Uhr erläutert Notenbank-Chef Wim Duisenberg den Beschluss dann vor der Presse in Frankfurt.

Zwar sind die Inflationsgefahren in der Euro-Zone nach Einschätzung von Volkswirten in der jüngsten Zeit angestiegen, weil die Geldmenge M3 sehr schnell wächst und die Lohnabschlüsse in Deutschland relativ hoch ausfielen. Die Inflation in der Euro-Zone ist dieses Jahr viel langsamer als erwartet gesunken, im Mai auf 2,0 (April 2,4) Prozent. Doch werde die EZB die bisher noch unsichere wirtschaftliche Erholung nicht durch eine Leitzinserhöhung gefährden wollen. Der gestiegene Außenwert des Euro macht der Notenbank zudem das Abwarten leichter, weil die Kursgewinne bereits eine ähnliche Wirkung auf die Wirtschaft haben wie eine leichte Zinserhöhung und somit die Inflationsgefahr etwas dämpfen. Nach Ansicht der Analysten wird die EZB in den kommenden Monaten jedoch nicht an einer Straffung ihrer Geldpolitik vorbeikommen, um die Inflation mittelfristig gemäß ihres Mandats unter zwei Prozent zu halten. Die Meinungen sind jedoch geteilt, ob die EZB bereits im Juli oder erst nach der Sommerpause zur Tat schreiten wird. Die meisten Experten sind überzeugt, dass die EZB zunächst handfeste Belege für den Aufschwung abwartet, bevor sie zur Tat schreitet. Bisher belegen reale Daten nur eine Stabilisierung der konjunkturellen Lage, obwohl Frühindikatoren den Aufschwung signalisieren.

Im vergangenen Jahr hatte die EZB die Zinsen in vier Schritten um insgesamt 1,5 %punkte gesenkt, um der Wirtschaft aus der Konjunkturflaute zu helfen.

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