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EZB über hohe Ölpreise besorgt - Aufwärtsrisiken 'genau beobachten'

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich angesichts des hohen Ölpreises besorgt gezeigt. "Insbesondere das anhaltend hohe Niveau der Ölpreise, das durch die Stärke des weltwirtschaftlichen Wachstums gestützt werden könnte, gibt Anlass zur Besorgnis", heißt es in dem am Donnerstag vorgelegten Monatsbericht der EZB.

dpa-afx FRANKFURT. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich angesichts des hohen Ölpreises besorgt gezeigt. "Insbesondere das anhaltend hohe Niveau der Ölpreise, das durch die Stärke des weltwirtschaftlichen Wachstums gestützt werden könnte, gibt Anlass zur Besorgnis", heißt es in dem am Donnerstag vorgelegten Monatsbericht der EZB.

Die Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität müssten auf mittlere Sicht "genau beobachtet" werden, schreiben die Währungshüter. Die Notenbank geht zwar weiter davon aus, dass die Inflation nach den ersten Monaten 2005 wieder unter die von ihr als Preisstabilität definierte Marke von 2 % fällt. Gleichwohl bestehe das potenzielle Risiko von Zweitrundeneffekten. Der geldpolitische Kurs gewährleiste auf mittlere Sicht jedoch weiter Preisstabilität.

Fortsetzung DER Wirtschaftlichen Erholung

Sollte sich die Erwartung eines anhaltend hohen Ölpreises der Marktteilnehmer erfüllen, dürfte die Jahresteuerungsrate wahrscheinlich auch im weiteren Jahresverlauf 2004 und in den ersten Monaten des Jahres 2005 über der 2-Prozent-Marke liegen, heißt es im Monatsbericht. Die EZB definiert Preisstabilität mit einer Inflationsrate von "nahe, aber unter 2 %". Dieses Ziel wurde bereits in den vergangenen Monaten verfehlt.

Die Währungshüter erwarten gleichwohl eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung. In allen verfügbaren Prognosen spiegele sich dieses Bild wider. Die Voraussetzungen für einen sich auf breiterer Front verstärkenden Aufschwung seien gegeben. Die Fortsetzung des Aufschwungs im Euroraum werde durch ein robustes Wachstum der Weltwirtschaft, die jüngste Entwicklung der Industrieproduktion und einige Umfrageergebnisse gestützt.

Hohe Ölpreise Könnten Wachstumsdynamik Dämpfen

Hohe Ölpreise könnten den Währungshütern zufolge aber, sowohl weltweit als auch über ihre Auswirkungen auf die Terms of Trade (Austauschverhältnisse) des Eurogebiets, die Wachstumsdynamik dämpfen. Auch die nach wie vor bestehenden weltwirtschaftlichen Ungleichgewichte seien ein Risikofaktor.

Der jüngste EZB-Monatsbericht wird besonders aufmerksam verfolgt, weil die Zinsentscheidung in der vergangenen Woche wie üblich im August mit keiner geldpolitischen Erklärung der Währungshüter verbunden war. Die Währungshüter hatten das seit über einem Jahr geltende Leitzinsniveau von 2,00 % bestätigt.

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