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EZB und Brüssel erwarten weiter Konjunkturerholung - Risiko Ölpreis

Ungeachtet der hohen Ölpreise rechnen EU-Kommission und Europäische Zentralbank (EZB) weiterhin mit einer Konjunkturerholung in den Euroländern. Allerdings könnten anhaltend hohe Ölpreise das Wachstum nach Einschätzung der Währungshüter beeinträchtigen.

dpa-afx FRANKFURT/BRÜSSEL. Ungeachtet der hohen Ölpreise rechnen EU-Kommission und Europäische Zentralbank (EZB) weiterhin mit einer Konjunkturerholung in den Euroländern. Allerdings könnten anhaltend hohe Ölpreise das Wachstum nach Einschätzung der Währungshüter beeinträchtigen.

"Sollten die Ölpreise hoch bleiben oder sogar weiter steigen, könnten sie die Stärke der wirtschaftlichen Erholung sowohl innerhalb als auch außerhalb des Euro-Währungsgebiets dämpfen, wenngleich die Ölabhängigkeit der Produktion seit den Siebziger- und Achtzigerjahren deutlich abgenommen hat", heißt es in dem am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichten EZB-Monatsbericht. Dennoch rechnet die Notenbank mit einer Fortsetzung der Konjunkturbelebung. "Insgesamt dürfte die in der ersten Jahreshälfte 2004 im Euroraum verzeichnete Wachstumsdynamik in den nächsten Quartalen weitgehend erhalten bleiben."

Brüssel Bekräftigt Prognose

Auch die EU-Kommission bekräftigte trotz der hohen Ölpreise ihre Wachstumsprognose. Die Wirtschaft der Eurozone werde im 3. und 4. Quartal dieses Jahres jeweils zwischen 0,3 und 0,7 Prozent wachsen, hieß es in Brüssel. Damit wurde die Prognose von September bestätigt.

Die Wirtschaft der zwölf Staaten mit der Euro-Währung wird nach Brüsseler Erwartung im Gesamtjahr um rund zwei Prozent wachsen. Genaue Daten werden am 26. Oktober beim Herbst-Konjunkturgutachten mitgeteilt. Für das kommende Jahr wird ein Wachstum von "nicht unter zwei Prozent" vorhergesagt.

Aufschwung Ohne Dynamik

Wegen der Kaufzurückhaltung der privaten Verbraucher hat sich das Wachstum im zweiten Quartal abgeschwächt, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg mitteilte. Die Wachstumsrate blieb mit 0,5 Prozent hinter dem Wert des ersten Quartals von 0,7 Prozent zurück. Damit bestätigte Eurostat die Ergebnisse der Erstschätzung. Die privaten Konsumausgaben stiegen nur noch um 0,3 Prozent (1. Quartal: 0,7%). Dagegen legten die Exporte mit 3,1 Prozent (1,6%) kräftig zu.

Die hohen Ölpreise haben nach Einschätzung der EZB einen erkennbaren direkten Einfluss auf die Inflationsrate. Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität sehen die Währungshüter unter anderem, falls es wegen der teuren Ölpreise zu höheren Lohnabschlüssen kommen sollte und die Preise nach oben getrieben werden. Das Risiko so genannter Zweitrundeneffekte scheine zwar nach wie vor begrenzt zu sein, doch sei "große Wachsamkeit" geboten.

Preisstabilität ist das vorrangige Ziel der EZB. Sie wird bei einer Jahresinflationsrate gegen zwei Prozent erreicht. Wegen der hohen Ölpreise wird die Inflation nach Einschätzung der EZB erst 2005 wieder unter diese Marke sinken.

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