EZB-Zinsentscheid
Kommentar: Fels in der Brandung

Mit ihrer Entscheidung, die Leitzinsen unverändert zu lassen, sind sich die europäischen Währungshüter treu geblieben. Sie werden ihrem Anspruch gerecht, dass die Geldpolitik gerade in Zeiten großer Unsicherheit ein Vertrauen stiftender Stabilitätsanker sein sollte.

Der Rat der Europäischen Zentralbank hat sich weder dem politischem Druck aus einigen Euro-Staaten gebeugt, noch ist er den gewagten Vorgaben der US-Notenbank Fed gefolgt. Ob und wann der EZB-Rat eine Zinssenkung für erforderlich hält, hängt zur Zeit primär von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ab, denn diese beeinflußt das Preisniveau. Solange die Währungshüter daran festhalten, dass die Konjunktur im Euro-Raum im kommenden Jahr wieder anspringen wird, können sie sich mit einem Zinsschritt Zeit lassen. Die kurzfristigen und die langfristigen Realzinsen im Euro-Raum sind im historischen Vergleich sehr niedrig. Liquidität ist reichlich vorhanden. Von der Geldpolitik her steht einem Aufschwung nichts im Weg.

Marietta Kurm-Engels
Marietta Kurm-Engels
Handelsblatt / Redakteurin
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