EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag erwartet
Euro verzeichnet leichte Verluste im US-Handel

Der Euro hat in Erwartung des Ratstreffens der EZB am Donnerstag leichte Verluste verzeichnet.

Reuters NEW YORK. Der Euro hat sich am Mittwochnachmittag wegen schwacher Konjunkturdaten aus der Euro-Zone weiter leicht abgeschwächt. Nach der Veröffentlichung der Daten hatte die Gemeinschaftswährung schon am Vormittag Händlern zufolge leichte Verluste verzeichnet. Im frühen US-Handel fiel der Euro auf ein Wochentief von 87,19 US-Cents gefallen nach 87,78 Cents am Morgen. Die Marktteilnehmer blickten nun auf die am Donnerstag anstehende EZB-Zinsentscheidung und hielten sich bis dahin zurück. Händler sahen den Euro unterdessen nach wie vor durch anhaltende Spekulationen über erneute konzertierte Notenbank-Interventionen zu Gunsten der Gemeinschaftswährung gestützt. Gegen 17.00 Uhr MESZ notierte der Euro bei 0,8726/30 US-$. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs des Euro am Nachmittag mit 0,8730 (0,8763) US-$ festgestellt. Unterstützung sieht der Markt nun bei 87,10 Cents.

Die EZB teilte unterdessen am Nachmittag mit, die Nettowährungsreserven des Euro-Systems seien in der Bankwoche zum 29. September 2000 um 19,9 Mrd. Euro auf 278,6 Mrd. Euro gestiegen. Die Notenbank bezifferte das Volumen ihrer Devisenmarktintervention zu Gunsten des Euro am 22. September nicht näher, Volkswirte schätzten auf Basis des Wochenausweises jedoch einen Betrag von 3 bis 5 Mrd. Euro.

Anzeichen konjunktureller Verlangsamung

Die EZB wird Analysten zufolge angesichts neuer Anzeichen einer konjunkturellen Verlangsamung in der Euro-Zone die Leitzinsen am Donnerstag unverändert lassen. Einer aktuellen Reuters-Umfrage zufolge erwarten 34 der 48 befragten Volkswirte keine Leitzinserhöhung der EZB in dieser Woche. Eine Mehrheit glaubt jedoch an eine Anhebung um 25 Basispunkte binnen Monatsfrist.

Mit Blick auf die Konjunkturdaten aus der Euro-Zone sagte Tony Norfield von ABN Amro in London: "Die Daten wecken Zweifel am Ausmaß des Konjunkturaufschwungs in der Euro-Zone, und die Argumente für eine Erholung des Euro sind auch nicht sehr stark". In Frankreich ist der Index für das Verbrauchervertrauen im August auf minus acht von plus zwei im Juli gesunken und verzeichnete damit den stärksten Rückgang seit fünf Jahren. Zudem ist der Reuters-Service-Index nach Angaben der Forschungsgruppe NTC auf 60,2 im September von 60,3 im August gefallen. Die Erzeugerpreise in der Euro-Zone sind im August gegenüber dem Vorjahr wie schon im Juli um 5,6 % gestiegen.

EU-Kommissionspräsident Romano Prodi äußerte sich unterdessen zuversichtlich über die Wachstumsaussichten im Euroraum. Das Wachstum in der Euro-Zone werde das Wachstum in den USA im nächsten Jahr übertreffen, sagte Prodi am Mittwoch in einem vorab verbreiteten Fernsehinterview mit dem italienischen staatlichen Fernsehen RAI. "Seit wir den Euro eingeführt haben, ist es immer besser geworden. Wir haben unser Wachstum um zwei Prozentpunkte erhöht und in einem Jahr werden wir sie (die USA) überholen", sagte Prodi.

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