EZB-Zinssenkung stimuliert den Markt wenig – Nemax-All-Share wieder über 1 100 Punkten
Trend am Neuen Markt ist weiter nach oben gerichtet

Der Zinsschritt der Europäischen Zentralbank hat am Neuen Markt für wenig Impulse gesorgt. Vielmehr beherrschten unternehmensspezifische Nachrichten das Bild. Der Nemax 50 legte bis zum frühen Abend 2,5 Prozent auf 1 145 Zähler zu, der Nemax verzeichnete Gewinne von 1,5 Prozent auf 1 101 Punkte.

FRANKFURT/M. Börsianer richten ihr Handeln nach der Zukunft aus. So ist es zu erklären, dass die Leitzinssenkungen in Europa den Markt am Donnerstag kalt gelassen haben. Denn nichts anderes als ein deutliches Zinssignal war erwartet worden. Doch die Medaille hat zwei Seiten. Denn der deutliche Zinsschritt zeigt auch, wie skeptisch die Experten die Konjunkturentwicklung sehen. Gerade am Neuen Markt werden einige Unternehmen eine anhaltende Konjunkturflaute nicht überleben. Dass die Anleger Entwicklungen vorwegnehmen, darauf deutet auch die Reaktion auf die Ende Dezember anstehenden Änderungen in der Zusammensetzung des Nemax 50 hin: Denn wirklich profitiert haben davon nur Ixos und Trintech. Dabei werden sie auch künftig im Auswahlindex vertreten sein. Anscheinend hatten einige Investoren mit einer Verbannung der Werte gerechnet und mussten sich nun wieder eindecken. So legte Ixos 10 % auf 4,03 Euro zu, Trintech gewann 7 % auf 2,20 Euro.

Weiter nach unten geprügelt wurden diejenigen, die nach Weihnachten nicht mehr im Nemax 50 vertreten sein werden: Biodata gab weiter um 11 % auf 0,49 Euro nach, Fantastic verlor 9 % auf 0,48 Euro und Constantin büßten 8 % auf 6,47 Euro ein. Bei den Aufsteigern Rhein Biotech (-0,7 %), Plambeck (+1,5 %) und Dialog Semiconductor (+1,9 %) hatten sich die Weitsichtigen wohl bereits im Vorfeld eingedeckt. Denn zumindest die Kurssteigerungen von Rhein und Dialog seit Anfang Oktober können sich sehen lassen.

Ansonsten war der Markt am Donnerstag von Einzelmeldungen geprägt. So war der Auskunftsdienst Telegate mit einem Plus von 28 % auf 3 Euro am Donnerstag der größte Gewinner. Das Unternehmen will sich von den defizitären Internet-Aktivitäten trennen und wieder auf die Gewinnzone zusteuern. Deutliche Gewinne von 9 % verbuchte auch Paragon. Der Sensorhersteller meldete für die ersten drei Quartale deutlich gestiegene Umsätze und Erträge. Über ein gutes Geschäft berichtete auch die Aachener Aixtron AG. Sie erhöhte sogar erneut ihre Jahresprognosen und wurde dafür mit einem Kursplus von 7 % auf 21,87 Euro belohnt.

Enttäuscht hat dagegen erneut Technotrans. Der Anbieter von Anlagen für den Druckbereich und die Produktion von CD und DVD rechnet nach jüngsten Angaben mit einem gegenüber dem Vorjahr mehr als halbierten Ergebnis von 2,0 bis 2,5 Mill. Euro. Die Umsatzerwartung wurde um 8 Mill. Euro auf 127 Mill. Euro nach unten korrigiert. Die Börse reagierte darauf mit einem Abschlag von 16 %. Der Kurs rutschte damit erstmals seit dem Börsengang 1998 mit 28,88 Euro unter die Marke von 30 Euro.

Noch härter wurde United Labels bestraft. Nachdem das Unternehmen für das dritte Quartal tiefrote Zahlen gemeldet hatte, wurde die Aktie mit einem Verlust von 30 % auf Talfahrt geschickt, deren vorläufiges Ende gestern am frühen Abend bei 4,80 Euro lag.

Auch der Chipkartenhersteller Winter (- 6 %) wurde für schwache Zahlen abgestraft. Das Unternehmen macht zwar weiter Gewinn, doch dieser reduzierte sich im Vergleich zu den ersten drei Quartalen des Vorjahres vor Zinsen und Steuern von 6,5 Mill. DM auf 3,6 Mill. DM. Das Umsatzziel für das Gesamtjahr wurde daraufhin um 20 Mill. DM auf 84,2 Mill. DM nach unten korrigiert. Erwartet wird nur noch ein Gewinn von 6,2 Mill. DM.

Bei hohen Börsenumsätzen konstant hielt sich Evotec. Das Unternehmen hatte zwar für die ersten neun Monate einen von 13 auf 115 Mill. Euro gestiegenen Betriebsverlust gemeldet. Dieser war jedoch in dieser Höhe erwartet worden.

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