Archiv
Fabelhafte Amélie Mauresmo: Glücklich und stolz

Amélie Mauresmo ist bei ihrem ersten Auftritt als Tenniskönigin kein Zacken aus der Krone gebrochen.

dpa FILDERSTADT. Amélie Mauresmo ist bei ihrem ersten Auftritt als Tenniskönigin kein Zacken aus der Krone gebrochen.

Die an Nummer eins gesetzte Französin bestritt erstmals seit ihrem Sprung an die Weltranglistenspitze am 13. September ein Match und setzte sich im Achtelfinale des mit 650 000 Dollar dotierten WTA-Turniers in Filderstadt mit 7:5, 6:4 gegen die Schweizerin Patty Schnyder durch. Ebenfalls im Viertelfinale steht die vom Stuttgarter Jens Gerlach trainierte French-Open-Siegerin Anastasia Myskina aus Russland nach dem 4:6, 6:2, 6:1 gegen die Französin Nathalie Dechy.

Blumen und eine Trophäe gab es für Mauresmo bereits am Abend zuvor auf dem Center Court. Als nämlich am Ende der US Open festgestanden hatte, dass die 25-Jährige die Belgierin Justine Henin-Hardenne ablöst und als erster französischer Tennisprofi die Nummer eins wird, war sie bereits im Viertelfinale gegen die Russin Jelena Dementiewa ausgeschieden. Nun wurde die Ehrung nachgeholt und Mauresmo strahlte übers ganze Gesicht. "Es macht mich sehr stolz, die Nummer eins der Welt zu sein. Schon als Kind habe ich davon geträumt", sagte sie. "Ich habe mit vier Jahren angefangen und möchte mich bei all jenen bedanken, die mir seither geholfen haben."

Mauresmo hält nun zwar das Zepter in der Hand, Kritiker sagen jedoch, sie sei eine Königin ohne Reich, weil sie zwar dreizehn Turniere - davon alleine in diesem Jahr Berlin, Rom und Montreal - gewonnen hat, aber noch nie einen Grand Slam. "Das ist der nächste Schritt", erklärte die in Genf lebende Pariserin. Überhaupt wirkt die Französin sehr entspannt in ihrer fabelhaften Welt, was sie auch bestätigte: "Ich genieße diese Phase in meinem Leben wie nie eine zuvor. Ich bin einfach nur glücklich. Und ich lebe meine Träume."

In ihrem einzigen Grand-Slam-Finale stand sie 1999 in Melbourne - gegen Lindsay Davenport. Die Weltranglisten-Zweite aus den USA hatte am Mittwochabend die Australierin Alicia Molik 6:1, 6:0 vom Platz gefegt und hofft auf eine Wachablösung. Dazu muss Davenport jedoch zwei Runden weiterkommen als Mauresmo.

Die hat allerdings nicht vor, ihren Platz an der Sonne so schnell wieder zu räumen: "Ich genieße es, hier mein erstes Turnier als beste Tennisspielerin der Welt zu bestreiten." Nachdem sie in der ersten Runde ein Freilos hatte, war sie gegen Schnyder erstmals gefordert. Gegen die aufschlagstarke Linkshänderin, die im ersten Satz bereits mit 5:2 führte, hatte Mauresmo enorme Anlaufschwierigkeiten. Mit einem Break zum 4:5 war jedoch der Bann gebrochen. Am Ende benötigte die Favoritin allerdings fünf Matchbälle.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%