Faber mit zweitem Standbein
Krach beim Lotto-Block

Die größte Lotto-Gemeinschaft Deutschlands, die Faber Lotto GmbH, -Service gibt seine Spielscheine seit April nicht mehr allein in Nordrhein-Westfalen, sondern teilweise auch in Niedersachsen ab. Das hat zu erheblicher Verärgerung im Deutschen Lotto- und Totoblock geführt, zumal die Niedersachsen den Großkunden mit Sonderkonditionen abgeworben haben sollen.

dpa MÜNSTER/HANNOVER. "Aus Gleichheitsgrundsätzen den kleinen Spielgemeinschaften gegenüber haben wir Faber in 24 Jahren der Zusammenarbeit nie Vorzugsbedingungen gewährt", versicherte WestLotto-Chef Winfried Wortmann am Sonntag der dpa in Münster.

Hauptverlierer sei letztendlich das Land NRW, dem nun erheblich weniger Lotto-Gelder für gute Zwecke zufließen würden. "Insofern handelt es sich hier weniger um ein Problem zwischen den Lotteriegesellschaften. Es sind vielmehr die Länderfinanzminister, die miteinander zu reden haben werden."

Die "Bild am Sonntag" berichtete bereits von einem drohenden Zerfall des föderalistisch organisierten Lotto- und Totoblocks. Der Pressesprecher von Toto Niedersachsen, -Lotto Herbert John, sagte am Sonntag hingegen: "Faber hat ein zweites Standbein gesucht. Da haben wir ihm angeboten, seine Scheine auch in Niedersachsen abzugeben." Dies sei ein Schritt in Richtung Regionalisierung. "Ein Auseinanderbrechen des Lottoblocks befürchten wir jedenfalls nicht."

In professionell organisierten Lotto-Gemeinschaften werden eine große Menge möglicher Zahlen- und Gewinnkombinationen abgedeckt. Die zahlreichen Teilnehmer teilen sich hinterher den Gewinn auf. Ein Argument gegen umstrittene Rabatte für solche "Großkunden" der Lotto- Gesellschaften ist, dass die kleinen Tipp-Gemeinschaften und Einzelspieler dann benachteiligt würden.

"Unser niedersächsischer Partner hat uns nicht informiert", bedauerte Wortmann in Münster. "Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden", sagte der Chef der größten Einzelgesellschaft. "Am 26. März hat uns Herr Faber lediglich mündlich mitgeteilt, dass er sein überregionales Volumen nicht mehr in Nordrhein-Westfalen, sondern in Niedersachsen einspielt."

"Bild am Sonntag" hatte berichtet, Norman Faber löse alle Tippscheine von rund 300.000 Mitgliedern seiner Spielgemeinschaft in Niedersachsen ein, die er bisher bei WestLotto eingebracht habe. Dadurch würde WestLotto ein Umsatz von geschätzten 125 Millionen Euro entgehen. Die Zeitung sprach vom "größten Krach in der fast 50- jährigen Geschichte des Lotto-Blocks".

Nach Angaben von John sieht Toto Niedersachsen-Lotto einem Krisen-Gespräch am 22. April in Ruhe entgegen. Bei WestLotto wurde bestätigt, bei dem angeblichen Krisen- Gipfel handele es sich um eine ganz normale, lange terminierte Sitzung des Technisches Ausschusses, in dem Wortmann Vorsitzender ist. "Der Baum brennt", beschrieb hingegen ein anderer hochrangiger Glücksspielmanager am Sonntag die Stimmung im Block.

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