Fachhochschule Köln belegt Studienplätze doppelt
Ansturm auf Informatik-Studienplätze in Nordrhein-Westfalen

Soviel Bewerber wie nie zuvor haben sich für die Informatik-Studienplätze an nordrhein-westfälischen Hochschulen beworben. An vielen Universitäten und Fachhochschulen übersteigt nach einer Umfrage die Interessentenzahl bei weitem das Angebot. Die Hochschulen diskutieren über Zulassungsbeschränkungen und belegen Studienplätze doppelt.

dpa KÖLN/BONN/DORTMUND. Sowohl an der Universität wie auch an der Fachhochschule in Dortmund ist der Andrang von Bewerbern für einen Informatik- Studiengang stark gestiegen: "Bei uns sind etwa 30 % mehr Bewerbungen eingegangen als noch im vergangenen Wintersemester", sagte ein Sprecher des Fachbereichs Informatik. Die Zahl stieg von rund 700 auf 900 Bewerbern. Wegen des Andrangs werde im Fachbereich diskutiert, möglicherweise einen Numerus-Clausus einzuführen.

Die Fachhochschule Bonn/Rhein-Sieg in Sankt Augustin verzeichnete 463 Computer-Interessierte für ihre 100 Informatik-Plätze. Die Bewerberzahlen stiegen in den vergangenen Jahren kontinuierlich, was auch mit der aktuellen Debatte um die IT-Branche zusammen hänge, sagte eine Sprecherin. Viele interessierten sich für Informatik, da sie sich davon einen guten Job versprächen.

Anzahl der Studienplätze wurden bereits 1998 erhöht

Einige Hochschulen hatten schon in den vergangenen Semestern mit zusätzlichen Studienplätzen und neuen Studiengängen auf die steigende Beliebtheit der IT-Berufe reagiert. Bereits 1998 war etwa die Anzahl der Plätze für Wirtschaftsinformatik an der Universität zu Köln von 90 auf 140 erhöht worden. Auf dieses Kontingent meldeten sich nach Angaben der Uni zum Wintersemester 700 Bewerber.

Zu Beginn des neuen Halbjahrs wurde an der Universität in Siegen der Studiengang "Technische Informatik" in "Angewandte Informatik" umgewandelt. "Das Echo war gewaltig", sagte ein Sprecher. Die Zahl der Erstsemester habe sich von 70 auf 190 fast verdreifacht. "Wir haben alle genommen, die sich gemeldet haben". Falls sich der Ansturm im nächsten Semester fortsetze, werde man sicher einen Numerus Clausus einrichten.

Großer Andrang auch auf Numerus Clausus-Studiengänge

Aus allen Nähten platzt der bereits seit drei Jahren an der Uni Duisburg angebotene Studiengang "Informations- und Kommunikationstechnik" mit etwa 200 Neueinschreibungen. Ein Drittel der Plätze sind für Deutsche, zwei Drittel für Ausländer vorgesehen. "Wir haben haufenweise Anträge aus Indien, zwei Absolventen haben in diesem Jahr eine Green Card erhalten."

Die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) verzeichnete für das Wintersemester einen größeren Andrang auch auf die zugangsbeschränkten Informatik-Studiengänge mit Numerus Clausus an fünf Hochschulen in Nordrhein-Westfalen. Zwar wurden rund 100 weitere Studienplätze geschaffen. "Allerdings nahm die Anfrage für die nun 630 Plätze von knapp 1 300 auf 2 000 Bewerber zu", sagte ein Sprecher. Ein bundesweites Auswahlverfahren für Informatik- Studiengänge gebe es nicht.

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