Fachmesse Anuga in Köln
Neue Bars machen Kaffee zum Trend-Getränk

Deutschlands Muntermacher Nummer eins wandelt sich zum Kultobjekt, seit immer mehr auf Kaffee spezialisierte Bars hierzulande ihre Tore öffnen. Mehr als 300 Kaffee-Bars gibt es inzwischen bundesweit, die vor allem in größeren Städten Kaffee jüngeren Kunden schmackhaft machen und das leicht angestaubte Image traditioneller Kaffeehäuser mit bevorzugt älterer Kundschaft hinter sich lassen.

ddp/vwd KÖLN. Das Trend-Konzept verbindet Angebote von aromatisierten Kaffees mit dem Verkauf von Snacks sowie von Kaffee und Zubehör für den Hausgebrauch.

Einen Überblick über das Angebot des koffeinhaltigen Trend-Trunks gibt ab Samstag die weltgrößte Ernährungs-Fachmesse Anuga in Köln. Annähernd 300 Anbieter aus aller Welt stellen Kaffeesorten sowie Kaffee- und Espressoautomaten vor. Die Messe-Veranstalter zeigen sich zur Zukunft des Kaffees optimistisch. Nicht nur bewegt sich der Pro-Kopf-Verbrauch von Kaffee in Deutschland mit rund 160 Litern auf hohem Niveau. Auch den Kaffee-Bars stehe der Boom erst noch bevor: Ihre Zahl dürfte in den nächsten Jahren auf rund 1 000 steigen, so die Schätzungen.

Ihren Siegeszug haben die Kaffee-Bars in den USA angetreten, wo vor allem die Starbucks Coffee Company als weltweit führender Anbieter, Röster und Vermarkter von Spezialitäten-Kaffee den Ton angibt. Mit aromatisierten Kaffees in Geschmacksrichtungen wie Vanille, Kokos oder Karamell oder mit einem Schuss Sirup und Kakao fährt das Unternehmen nicht nur in der Heimat auf Erfolgskurs. Mehr als 4 600 Kaffeehäuser betreibt Starbucks weltweit, darunter vor allem in Großbritannien und dem asiatisch-pazifischen Raum.

Federführung von Karstadt-Quelle

Inzwischen hat Starbucks auch Kontinental-Europa und Deutschland fest im Visier, wo sich bisher vor allem die beiden italienischen Unternehmen Segafredo und Lavazza mit trendigen Kaffee-Bars etabliert haben. In Zusammenarbeit mit dem Warenhaus- und Versandhandels-Konzern Karstad-tQuelle will Starbucks nun hierzulande punkten. 15 Starbucks-Kaffeehäuser sollen unter Federführung von Karstadt-Quelle im nächsten Jahr bundesweit an den Start gehen. Für die nächsten 20 Jahre sieht Karstadt-Quelle-Vorstandschef Wolfgang Urban das Potenzial für insgesamt knapp 1 500 Kaffee-Häuser.

Während der Kaffee zum neuen Trend-Getränk avanciert und sich die Branche über die erwarteten Umsatzzuwächse freut, ist die Frage, wie gesund das Bohnen-Getränk in Maßen genossen ist, noch unentschieden. Erkenntnisse über positive und negative Nebenwirkungen halten sich nahezu die Waage. So stellten etwa schottische Forscher fest, Kaffee sei lebensverlängernd. Dagegen fanden US-Wissenschaftler heraus, dass ungefilterter Kaffee die Konzentration von Cholesterin im Blut steigen lässt.

Der Kaffeetrinker selbst dürften solche Erkenntnisse wenig stören. Er ist nach dem Genuss in erster Linie glücklich - denn Kaffee setzt das Glückshormon Serotonin frei, wie Wissenschaftler einhellig herausfanden. Serotonin wird im Körper auch unter dem Einfluss von Sonnenlicht gebildet. Aus diesem Grund ist die glück-stimulierende Wirkung von Kaffee wohl vor allem im lichtarmen Nordeuropa so populär: Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 11,5 Kilo pro Jahr sind die Finnen Weltmeister im Kaffeetrinken, gefolgt von Dänemark (8,9), Norwegen (8,8) und Schweden (8,2).

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