Fachmesse Networld + Interop in Las Vegas
Netzausrüster schöpfen wieder Hoffnung

Die Telekommunikationsindustrie leidet noch immer im Konjunkturtal. Das wurde auch auf der wichtisten Fachmesse der Branchenausrüster vergangene Woche in Las Vegas deutlich.

LAS VEGAS. Waren in den vergangenen Jahren schon Wochen vor der Networld + Interop keine Hotelzimmer und Mietwagen zu bekommen, so war es in diesem Jahr gerade umkehrt. "Rooms available - Zimmer frei" flimmerte es von den großen Bildschirmen der Kasinos am Strip.

Die Parkplätze vor dem Convention Center, sonst ab 10 Uhr morgens überfüllt, waren höchsten zu 60% ausgelastet. Obwohl der Veranstalter Key3Media keine offiziellen Zahlen bekanntgab war allen Beobachtern klar: die Zeiten überquellender Technikmessen sind auf absehbare Zeit vorbei.

Waren die Beteilung von Ausstellern und Besuchern aus Kostengründen eher mager, konnte die N+I inhaltlich wieder die richtigen Zeichen setzen: Wie von Fachleuten erwartet waren die zentrale Themen die Erhöhung der Netzsicherheit, die Optimierung der vorhandenen Infrastruktur, Netz- und Applikationsmanagement, Speichermanagement, Mobilkommunikation und die Integration von Netzwerken.

Optimistischer Cisco-Chef macht der Branche Mut

Cisco-Chef John Chambers genoß in seiner Keynote die Gunst der Stunde. Nur einen Tag noch der Veröffentlichung des unerwartet guten Quartalsergebnisses des Marktführers der Netzausrüster, gelang es Chambers der Branche mit klaren Zukunftsaussagen wieder Mut zu machen. Nachdem die Träume des ungebremsten Wachstums der "New Economy" des Internets sich in Luft aufgelöst haben, liege, so Chambers, die Zukunft des Technikeinsatzes wieder in einer Steigerung der Produktivität.

Nach seiner Ansicht führt an einer einheitlichen Infrastruktur für Sprach- und Datenkommunikation in einem Netz, und das auch für multimediale Inhalte wie Audio- und Videosignale, kein Weg vorbei. Darüber hinaus würde alles kostengünster und das auf Dauer. Letzteres jedoch bedeutet, dass die Firmen, deren Produktivität nicht schneller wachsen als die der Konkurrenten, auf der Strecke bleiben würden.

Die Produktivitätsteigerungen liegen nach Angaben von Chambers bei drei bis fünf Prozent für die Wirtschaftsräume von Ländern und bei vier bis fünf Prozent für Unternehmen. Der Cisco-Chef berief sich dabei auf jüngste Zahlen der US-Regierung, die vergangene Woche veröffentlicht wurden.

Vor diesem Hintergrund werden sich nach Ansicht von Chambers zahlreiche Unternehmen in den nächsten Monaten wieder stärker auf ihre Kernkompetenz konzentrieren, andere Aufgaben jedoch als "Outsourcing" ausgliedern. Dieser Trend zu derartigen Dienstleistungen werde als zweiter wichtiger Wirtschaftsfaktor die nächsten drei Jahrzehnte bestimmen.

Als dritte Technologie-Lokomotive nannte Chambers auf der Networld + Interop das Thema "Sicherheit in Kommunikationsnetzen" vor allem in solchen mit Funkübertragung (Wireless LAN). Zwar werde es bei den klassischen Netzausrüstungen wie Switches und Routers durch Innovationsschübe zu den gewünschten Geschwindigkeitssteigerungen kommen, im Zentrum des Interesses stehen jedoch die Verbesserung der Sicherheit.

IBM-Manager setzt auf das Web als Verteilungsplattform

IBM-Topmanager Irvine Wladawsky-Berger nannte in seiner Keynote das Internet eine "unglaubliche Sammlung von Inhalten, man jemals gekannt habe". Nach Ansicht des bei IBM strategisch und technologisch für die Serverrechner zuständigen Fachmanns liegt die Zukunft des Webs in einer Rolle als Verteilungsplattform für Inhalte durch Computerleistungen.

Nach der Begeisterung breiter Schichten für die Möglichkeiten des Internets Mitte der 90er Jahre hätten viele zu viel erwartet. Doch nach dem Platzen der Erwartungsblase sei das Internet nicht verschwunden, sondern noch immer eine solide Basis für Wirtschaftswachstum auf Realitätsniveau.

Als notwendige nächste Schritte nannte Wladawsky-Berger vier grundlegende Punkte: So sollten Nutzer wie Anwendungen mit der technischen Infrastruktur nicht direkt in Berührung kommen. Sie sollte im Verborgenen bleiben. Weiterhin seien von allen anerkannte Standardschnittstellen notwendig, daraus eine Umgebung für eine flexible Entwicklung von Resources zu ermöglichen, die automatisch überwacht und gesteuert werden sollen.

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