Fachmesse Windenergy 2002 in Hamburg - Noch sind die Orderbücher mit Bestellungen aus Deutschland prall gefüllt
Windanlagenbauer setzen auf Frankreich und England

Die deutsche Windenergiebranche boomt auch in diesem Jahr. Um aber mittelfristig die Exporte steigern zu können, setzt die Branche auf die Hilfe der Bundesregierung.

beu HAMBURG. Der deutschen Windenergiebranche fehlt die Koordination in der Außenwirtschaftsförderung. Wie der Vorstandsvorsitzende der Nordex AG, Dietmar Kestner anlässlich des VDMA-Gesprächs auf der Fachmesse Windenergy 2002 in Hamburg erklärte, benötigt die Branche eine Zentrale, die einen Knotenpunkt im Netzwerk aller mit der Außenwirtschaftsförderung Beteiligten bildet.

Diese Zentrale in Gestalt der Deutschen Energie Agentur GmbH (Dena) steht nach den Worten der Dena-Geschäftsführerin Kristina Steenbock unmittelbar vor der Gründung. Frau Steenbock geht davon aus, dass der Deutsche Bundestag in der letzten Sitzung vor der Sommerpause am 27. Juni den Antrag zur Gründung der Dena abschließend berät.

Die Dena soll den überwiegend mittelständischen Anlagenherstellern den Zugang zu Exportförderungen erleichtern, und die bestehenden Förderprogramme bündeln. Hierzu zählt auch die Unterstützung der Hersteller auf Auslandmessen und die Kontaktaufnahme mit ausländischen Privatinvestoren.

Nach Angaben des Deutschen Windenergie-Instituts (Dewi) wird in diesem Jahr in Deutschland die bisher installierte Windkraftleistung von 8750 (Megawatt) MW um mindestens 2900 MW ausgebaut. Dies bedeutet gegenüber dem sehr guten Jahr 2001 eine weitere Steigerung um 10 % und einen Jahresumsatz der Hersteller von 2,9 Mrd. Euro. Für 2003 wird dann nur noch mit 2400 MW gerechnet. Bis zum Jahr 2006 zeigt sich eine Marktsättigung bei 800 MW Neuinstallation auf Grund des Fehlens verfügbarer Flächen. Hinzu kommen 120 MW aus dem Austausch kleiner gegen größere Anlagen (Repowering) sowie 200 MW die auf See (Offshore) installiert sein sollen.

Der eigentliche Schub der Offshore-Windparks kommt erst gegen Ende des Jahrzehnts , wenn die politischen Rahmenbedingungen geschaffen sind und die maritime Infrastruktur ausgebaut ist, unterstreicht Thorsten Herdan, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Power Systems. Dem Bundesamt für Seeschiffahrt liegen derzeit 40 Anträge auf Windparks in Nord- und Ostsee vor.

In der Zwischenzeit suchen die Hersteller ihren Exportanteil, der im Schnitt bei 25 % liegt, auf die für den deutschen Anlagenbau üblichen 60 bis 70 % zu steigern, meint Herdan. Die größten Zuwächse versprechen die Märkte in Frankreich, Großbritannien, Italien , Polen und der Türkei.

Das dänische Beratungsunternehmen BTM Consult prognostiziert der Branche bis 2006 ein durchschnittliches Wachstum von jährlich 16 %. Dies bedeutet einen Anstieg der weltweit installierten Kapazität von derzeit 24 900 auf 79 000 MW. 67 % dieser neuen Kapazität, oder gut 36 000 MW werden nach Meinung der dänischen Experten in Europa installiert, 18 % in Amerika, 10 % in Asien und 5 % im Rest der Welt.

Der Hersteller P&T Technology AG, Hamburg, wird zur Sicherung des Vertriebs von Windparks weitere 35 % am Emissionshaus für Erneuerbare Energien European Energy Consult Holding AAG (EECH) übernehmen und damit den Anteil auf 90 % erhöhen.

Der Dienstleister für erneuerbare Energien Umweltkontor Renewable Energy AG, Erkelenz hat die Ecomill Windpark Beteiligungs- und Verwaltungs GmbH geschluckt und ist mit der Übernahme der deutsche Marktführer in der Verwaltung von geschlossenen Windenergiefonds.

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