Fachverlagssparte steht zum Verkauf: Trio bleibt im Rennen um Bertelsmann-Springer

Fachverlagssparte steht zum Verkauf
Trio bleibt im Rennen um Bertelsmann-Springer

Der Medienkonzern Bertelsmann will mit drei Interessenten für seine zum Verkauf stehende Fachverlagssparte Bertelsmann-Springer Vertragsverhandlungen aufnehmen.

Reuters FRANKFURT. "Wir haben sieben Briefe erhalten und werden mit drei Bietern finale Verhandlungen führen", sagte ein Bertelsmann-Sprecher am Freitag. Der weltweit fünftgrößte Medienkonzerns rechnet mit einem Abschluss des Verkaufs im ersten Halbjahr 2003. Für die Fachverlagssparte haben vor allem Finanzinvestoren Interesse signalisiert. Bertelsmann erhofft sich von dem Verkauf einen Erlös von bis zu einer Milliarde Euro. Mit dem Verkauf der Fachverlagssparte BertelsmannSpringer soll der Schuldenstand auf unter zwei Mrd. ? sinken.

Branchenkreisen zufolge hatten ursprünglich 14 Kaufofferten mit Geboten zwischen 800 Mill. ? und 1,2 Mrd. ? vorgelegen. Zu den letzten acht von Bertelsmann favorisierten Übernahmekandidaten gehörten den Angaben zufolge die britischen Beteiligungsgesellschaften Cinven und Candover sowie die gemeinsam bietenden CVC Capital Partners und Blackstone Group. Auch Apax Partners und der britische Wissenschaftsverlag Taylor & Francis würden gemeinsam bieten. Zur nächsten Runde eingeladen wurden zudem Soros Private Equity, BC Partners, EQT Partners und Permira.

BertelsmannSpringer ist die größte deutsche Fachverlagsgruppe mit 700 Fachmagazine. Außerdem erscheinen dort jährlich rund 4000 neue Bücher. Auf der Autorenliste des Wissenschaftsverlages stehen 126 Nobelpreisträger.

Der traditionsreiche Bertelsmann-Konzern sieht durch seine Verschuldung in Höhe von zuletzt 2,7 Mrd. ? die eigenen Handlungsfähigkeit eingeschränkt. Vorstandschef Gunter Thielen hatte zuletzt auf der Bilanzpressekonferenz Ende März erläutertet, Bertelsmann tätige keine Akquisitionen, bevor BertelsmannSpringer verkauft sei. Der Firmenchef hatte damals erstmals ein Interesse an der zum Verkauf stehenden Buchverlagssparte des US-Medienriesen AOL Time Warner geäußert. In der Branche wird dafür ein Kaufpreis von bis zu 400 Mill. Dollar erwartet.

Für 2003 rechnet Bertelsmann wegen der andauernden Flaute der Medienmärkte mit einem stagnierenden Umsatz, will jedoch das im Jahr 2002 auf 936 Mill. ? gestiegene operative Ergebnis erneut verbessern. Der Umsatz von Bertelsmannn sank 2002 vor allem wegen der Dollar-Schwäche um 3,5 % auf 18,3 Mrd. ?. Der Verkauf von Anteilen an AOL Europe hatte 2,9 Mrd. ? eingebracht. Dem standen Abschreibungen auf Firmenwerte vor allem in der Musiksparte in Höhe von 2,5 Mrd. ? gegenüber.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%