Fahndung im Trümmerfeld
Crossair-Absturz: Helfer suchen nach Ursache

Zwei Tage nach dem Crossair-Absturz bei Zürich mit 24 Toten haben Spezialisten in den weit verstreuten Trümmern nach Hinweisen auf die Unglücksursache gesucht. Rund 150 Helfer sammelten in dem unwegsamen Waldstück Wrackteile des zerschellten und ausgebrannten Flugzeugs auf einem Fußballplatz großen Trümmerfeld zusammen.

dpa ZÜRICH. Die aus Berlin-Tegel kommende Maschine vom Typ Jumbolino war am Samstagabend mit 33 Insassen beim Landeanflug auf den Flughafen Zürich-Kloten von geringer Höhe abgestürzt.

Zwei der neun Überlebenden befinden sich nach Polizeiangaben weiterhin in kritischem Zustand. Mit ersten Ergebnissen von der Auswertung des Datenschreibers und des Stimmenrekorders, die Aufschluss über den Absturzhergang geben könnten, wird nicht vor Dienstag gerechnet.

Die Trauerfeier zum Gedenken an die Opfer des Flugzeugabsturzes soll nach Angaben einer Sprecherin der schweizerischen Fluggesellschaft Crossair am Freitagnachmittag im Münster von Basel stattfinden. Die Überreste der 24 Getöteten werden derzeit noch im Institut für Rechtsmedizin in Zürich identifiziert.

Am Montagmorgen machten Ermittler Luftaufnahmen vom Unfallort. An den kriminaltechnischen Untersuchungen beteiligen sich auch Mitarbeiter des britischen Flugzeugherstellers. Die Passagierliste sollte am Montagabend veröffentlicht werden. An Bord waren unter anderem 13 Deutsche sowie zehn Schweizer. Während zwei Fluggäste weiter um ihr Überleben ringen, konnten vier Überlebende das Krankenhaus bereits verlassen.

Sie werden ebenso wie die zahlreichen Angehörigen der Opfer, die nach Zürich gekommen sind, von Seelsorgern, Psychologen und Rabbinern betreut. An Bord des Unglücksflugzeuges waren auch der stellvertretende Bürgermeister von Jerusalem, Avishai Berkman, sowie zwei israelische Blutspezialisten. Zu den Opfern gehören ferner Pop-Star Melanie Thornton sowie zwei Sängerinnen der deutsch-niederländischen Pop-Gruppe Passion Fruit.

Um die Betroffenen kümmern sich rund 200 Helfer. Einige Angehörige hatten bereits am Sonntag die Absturzstelle gesehen. Unter der Leitung einer Polizei-Psychologin wurde eine "kleine würdige Feier" abgehalten, hieß es in Medienberichten.

Im Mittelpunkt der Spekualtionen über die Unglücksursache steht die Frage, warum der erfahrene 57-jährige Pilot vom vorgeschriebenen Flugkorridor beim Landeanflug auf Zürich-Kloten abgekommen war. Der Flugzeugabsturz hat auch die Aktien der Crossair und des Flughafens Zürich unter Druck gesetzt. Beide Werte verloren am Morgen zwischen acht und elf Prozent.

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