Fahnen auf Halbmast
Geburtsstadt Hitzacker trauert um Prinz Claus

Vor dem Rathaus von Hitzacker hängen die Fahnen auf Halbmast: Das idyllische Elbe-Städtchen in Niedersachsen hat zu Ehren des gestorbenen niederländischen Prinzgemahls Claus Trauerbeflaggung aufgezogen.

HB/dpa HITZACKER. Viele Ältere hier erinnern sich noch gut an Claus von Amsberg, der 1926 ganz in der Nähe auf Gut Dötzingen geboren wurde und einen Teil seiner Kindheit im niedersächsischen Wendland verbrachte. "Wir vermissen ihn sehr und sind sehr traurig", beschreibt die Ehefrau des Cousins von Prinz Claus, Jutta Freifrau von dem Bussche, die Stimmung in ihrer Familie. Von Dienstag an soll ein mit Blumen geschmücktes Foto vor dem Rathaus an den berühmtesten Sohn der Stadt erinnern. Auch ein Kondolenzbuch wird ausgelegt. "Man war vorbereitet, dass er nicht wieder gesund würde, aber besonders die älteren Leute in der Stadt sind sehr betroffen", sagt Bürgermeister Karl Guhl. "Wir wollen unseren Kurpark nach ihm benennen."

Der Mann von Königin Beatrix hatte zuletzt im Sommer 2001 einige Tage auf dem Familiengut an der Elbe verbracht. "Er hat es schön gefunden, sich zu Hause zu erholen", berichtet Jutta von dem Bussche. Zusammen mit Kronprinz Willem-Alexander und dessen späterer Ehefrau Máxima hatte er eine Bootsfahrt auf der Elbe unternommen.

"Für die Bürger in Hitzacker war er ein Mensch des modernen Märchens. Dass es einen Prinzen in der Stadt gab, wusste jedes Schulkind", sagt Klaus Lehmann. Der Leiter des Heimatmuseums "Das Alte Zollhaus" hat spontan eine Fotodokumentation mit historischen Bildern vom Besuch des frisch verlobten Paares Claus und Beatrix im Jahr 1965 ausgestellt. Dieser Besuch ist in Hitzacker unvergessen, nicht nur, weil die beiden ihre Verlobung nachfeierten, da die damals auf Gut Dötzingen lebende Mutter von Prinz Claus an den offiziellen Feierlichkeiten wegen einer Erkrankung nicht hatte teilnehmen können. Auch Beatrix sammelte damals viele Sympathien in der Stadt.

"Er war für mich vor allen Dingen der Mann, der die Aussöhnung mit Holland gefördert hat", sagt der ehemalige Fremdenführer Kurt Wieczorek (87) über Prinz Claus. "Er hat die Verbindung zu seiner Heimatstadt gehalten und ein sehr herzliches Verhältnis zu uns gehabt."

Seit der Hochzeit mit Kronprinzessin Beatrix haben die rund 5 000 Bürger des Elbestädtchens immer am Geschehen im niederländischen Königshaus teilgenommen - so hallten beispielsweise wenige Minuten nach der Geburt des Thronfolgers Willem-Alexander zwölf Kanonenschüsse durch die Fachwerkstadt. Das ehemalige Ratsmitglied Wilhelm Ficke erinnert sich: "Ich erfuhr es als Zweiter in Hitzacker, als es noch nicht einmal der Großmutter bekannt war."

Gastwirtin Michaela Krüger weiß, dass die Hitzackeraner «stolz» auf ihren Prinzen sind. "Wenn er hier war, lief immer alles ganz ruhig und ohne Pomp ab." Häufig kommen Gäste aus den Niederlanden und fragen nach seinem Geburtshaus. "Wenn sie bei uns mit Deutschen zusammen sitzen, spricht jeder von "uns Claus" und das ganz harmonisch."

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