Fahrholz soll bereits 2003 operativ schwarze Zahlen schreiben
Allianz legt Latte für Dresdner hoch

Die Allianz zieht die Zügel an. Mit Hilfe der dritten Sparwelle seit Mai 2001 sollen insgesamt 2 Mrd. Euro bis Ende nächsten Jahres bei der angeschlagenen Tochter Dresdner Bank eingespart werden.

HB/po/rob FRANKFURT/M. Die Hälfte davon müsse schon in diesem Jahr erreicht werden, legte der Controlling-Vorstand der Allianz, Helmut Perlet, die Latte für Bernd Fahrholz hoch. Das Schicksal des Chefs der Dresdner Bank ist nach Informationen des Handelsblatts eng verknüpft mit der erfolgreichen Umsetzung des Restrukturierungsprogramms.

Leicht wird das nicht. Fahrholz selbst bezeichnet die Situation beim Frankfurter Kreditinstitut " als dramatisch". Nach dem überraschenden Abgang seines Stellvertreters Leonhard Fischer am Dienstag hat er auch das Sorgenkind des Kreditinstituts, den Bereich Corporates & Markets (Investmentbanking und Firmenkundengeschäft), geerbt und muss es auf Vordermann bringen. Gerade dieser Bereich lastet schwer auf der Mutter Allianz. Mit gut 800 Mill. Euro stammte der Großteil des Milliardenverlustes der Dresdner Bank im ersten Halbjahr von Corporates & Markets.

Fahrholz ist zuversichtlich, bereits im kommenden Jahr im operativen Geschäft schwarze Zahlen zu erreichen. Allerdings sieht er durchaus die Gefahren: "Wer auf einem solchen Stuhl sitzt, trägt Verantwortung. Ich werde daran gemessen, welche Ergebnisse ich abliefere. Bin ich nicht erfolgreich, muss ich mit den Konsequenzen leben."

Allzu hoch schätzen hochrangige Dresdner Banker das Risiko jedoch nicht ein. Von den angepeilten Einsparungen über 2 Mrd. Euro seien bereits rund 1,6 Mrd. Euro im Bereich Corporates & Markets in trockenen Tüchern, die nächstes Jahr voll zur Wirkung kämen.

Die größte Herausforderung für Fahrholz werde es sein, die alten Strukturen aufzubrechen. Der Reformer Fischer war beim Umbau der Dresdner Bank am Widerstand alter Seilschaften gescheitert, die die Bank als Ganzes erhalten wollten. Sie haben jedoch nach Ansicht von Managern des Kreditinstituts nur einen Pyrrhussieg errungen, da die Strategie der Aufteilung in Divisionen auch nach Fischers Rückzug weiterverfolgt wird.

Durch seine Aufgaben in den Vorständen von Dresdner Bank und Allianz hat Fahrholz nur begrenzt Zeit für den neuen Job. Nach Informationen des Handelsblatts will er deshalb ein Managementteam im Bereich Corporates & Markets für das Tagesgeschäft aufbauen.

Quelle: Handelsblatt

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