Fahrtenschreiber registriert Routen
Staugebühr gegen verstopfte Straßen

Britische Autofahrer müssen möglicherweise künftig eine hohe "Staugebühr" zahlen, wenn sie zu Stoßzeiten Hauptverkehrsrouten nutzen.

afp LONDON. Nach den am Sonntag veröffentlichten Plänen britischer Verkehrsexperten könnten alle Fahrzeuge mit einer Art Fahrtenschreiber ausgerüstet werden, der alle zurückgelegten Kilometer und Routen genau registriert. Für abseits gelegene Routen müsste demnach weniger, für bekannte Staustrecken entsprechend mehr bezahlt werden. Mit Hilfe dieser radikalen Methode hoffen die Experten von der "Commission for Integrated Transport" (CFIT), der Lösung für verstopfte Straßen ein Stück näher zu kommen. Ihre Vorschläge sollen am Montag dem Kabinett vorgelegt werden.

Nach den Plänen der Experten ließe sich das Verkehrsverhalten jedes einzelnen Fahrzeughalters per "black box" und Satellit überwachen. Ähnlich wie beim Telefonieren könnte ihm dann monatlich die Rechnung präsentiert werden: Im günstigsten Fall hätte er pro gefahrene Meile 3,5 Pence (6 Cent) zu zahlen, im teuersten Fall - wenn er sich zum Beispiel am Nachmittag auf Londons Oxford Street wagt - 45 Pence (57 Cent). Nach den Worten von Kommissions-Chef David Begg sind die britischen Straßen die einzige "Dienstleistung, für deren Nutzung keine Gebühr verlangt wird", mit dem Ergebnis, dass "alle zum gleichen Zeitpunkt die gleichen Straßen" nutzen wollten. Dies müsse sich besser regeln lassen. Zweifel am Nutzen einer solchen Maßnahme äußerte dagegen die Verkehrsexpertin der konservativen Opposition, Theresa May. In der BBC warf sie der Labour-Regierung vor, durch die Hintertür nur weitere, versteckte Steuern einführen zu wollen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%