Fairchild Dornier drückt die Bilanz
Allianz hakt das vergangene Jahr ab

Die Allianz-Finanzgruppe hat ihren Jahresüberschuss 2001 wegen Abschreibungen auf den insolventen Regionalflugzeugbauer Fairchild Dornier leicht nach unten korrigiert.

Reuters MÜNCHEN. Der Jahresüberschuss liege den endgültigen Zahlen zufolge bei 1,6 Milliarden Euro, nachdem das Engagement der Risikokapital-Tochter Allianz Capital Partners von rund 100 Millionen Euro bei Fairchild Dornier vollständig abgeschrieben worden sei, erläuterte Allianz-Vorstand Helmut Perlet am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz des größten Finanzkonzerns in Europa. Im Februar hatte die Allianz nach vorläufigen Zahlen noch einen Jahresüberschuss von 1,7 Milliarden Euro veröffentlicht.

Das Ergebnis des vergangenen Jahres wurde den Angaben zufolge zudem durch Verluste im Bankgeschäft von 220 Millionen Euro belastet, das vor allem von der neuen Tochter Dresdner Bank getragen wird. "Das außerordentlich schwierige Jahr 2001 ist abgehakt", so Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle. Die Anschläge vom 11. September hatten bei der Allianz einen Schadenaufwand von 1,5 Milliarden Euro verursacht und zu einem Gewinneinbruch von über 30 Prozent gegenüber dem um Sondereffekte bereinigten Vorjahresergebnis von 2,4 Milliarden Euro geführt.

Die Allianz wiederholte die Prognose, wonach der Finanzkonzern in diesem Jahr mit einem Anstieg der gesamten Beitragseinnahmen um gut vier Prozent und einem Jahresüberschuss von gut drei Milliarden Euro rechnet. Für die nächsten drei Jahre hat sich der Konzern vorgenommen, die in der Versicherungsbranche wichtige Schaden/Kosten-Quote (Verhältnis von Schäden und Kosten zu den verdienten Beiträgen) auf unter 100 Prozent zu senken. Um die Schäden vom 11. September bereinigt hatte diese Quote 2001 bei 104,4 Prozent gelegen.

Mit dem bisherigen Verlauf der Integration der neuen Tochter Dresdner Bank ist die Allianz-Finanzgruppe nach den Worten von Vorstandschef Henning Schulte-Noelle zufrieden. "Ich bin zuversichtlich, dass wir mit unseren Synergierechnungen für 2002 voll im Plan liegen", sagte Schulte-Noelle auf der Bilanzpressekonferenz. Konkrete Zahlen nannte er jedoch nicht. Die Allianz hatte für das laufende Jahr Synergien aus der Übernahme von 290 Millionen Euro angekündigt, ab 2006 dann jährlich mehr als eine Milliarde Euro.

Erste Verkaufszahlen zeigten die Vorteile aus der Integration der Dresdner Bank im Vergleich zur früheren Vertriebskooperation mit diesem Kreditinstitut und der HypoVereinsbank, erläuterte Schulte-Noelle weiter. So seien in den ersten fünf Monaten der Integration mit 52.000 Lebensversicherungen fünfmal mehr Policen über die Dresdner Bank verkauft worden, als im Vorjahreszeitraum von Dresdner und HypoVereinsbank zusammen. Im Sachversicherungsgeschäft verkaufte die Dresdner Bank im selben Zeitraum 11.000 Verträge, beide Banken zuvor nur 3.000.

"Dieser positive Trend hat sich in den Filialen der Dresdner Bank auch in den ersten drei Monaten 2002 fortgesetzt", sagte Schulte-Noelle. Im Lebensversicherungsgeschäft habe die Bank 24.200 Policen verkauft, etwa siebenmal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Im Sachversicherungsgeschäft habe sich die Zahl auf 6.500 verzehnfacht. Die Allianz hatte die Dresdner Bank als drittgrößtes Kreditinstitut in Deutschland im Juli 2001 übernommen.

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