Fairfax rechnet mit zweistelligem Gewinnplus
Australiens Medienkonzerne erholen sich

Für die australischen Medienunternehmen ist offenbar ein Ende der Krise in Sicht. Rupert Murdoch, Chef des Marktführers News Corp., sieht für die zweite Jahreshälfte "einige gute und keine schlechten Zeichen".

urw CANBERRA. Sein Konzern konnte dank der leichten Erholung auf dem Anzeigenmarkt für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinn von 162 Mill. $ melden - mehr als doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Quartalsergebnis der News Corp. ist deutlich besser ausgefallen als von Analysten erwartet. Im laufenden Geschäftsjahr soll der Gewinn um 20 % steigen. Im Vorjahr hatte der Medienkonzern aus Sidney noch einen Verlust von 6,3 Mrd. $ geschrieben - den höchsten, den je ein australisches Unternehmen verbucht hat.

Die Konkurrenz sieht die Zukunft ebenfalls besser: Die Fairfax Holding erwartet für die erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahres bessere Zahlen - der Herausgeber des "Sydney Morning Herald" rechnet mit einem Ertragsanstieg um 15 %. Auch die Publishing & Broadcasting Ltd. (PBL) geht von zweistelligen Zuwachsraten aus. Und es ist nicht nur der Printbereich, der den Frühling im Anzeigenmarkt spürt. Die Fernsehstationen Seven und Ten meldeten einen Anstieg der verkauften Werbeminuten.

Für die Anleger kommt die Hoffnung auf eine Erholung im Anzeigengeschäft keine Minute zu früh. Die Terroranschläge des 11. September 2001, die schlechte Wirtschaftssituation in den USA und die daraus folgende Verringerung der Werbeausgaben bei vielen Unternehmen hatte nicht nur bei der gelegentlich als "amerikanisch" bezeichneten Aktie der News Corp. - das Unternehmen erwirtschaftet vier Fünftel seines Umsatzes in den USA - zu einem Kollaps geführt. Nicht viel besser ging es den anderen Medientiteln an der australischen Börse. Fairfax verlor allein seit vergangenem März 30 % an Börsenwert. Da die News Corp. einer der größten an der Börse Sidney gehandelten Werte ist, zog er den Gesamtmarkt mit.

Doch die Wende steht unmittelbar bevor, glauben Analysten. Das Investmenthaus Macquarie Equities erhöhte die Bewertung für News Corp. zu "outperform". Einer der Gründe: Konzernchef Murdoch hat für die nähere Zukunft größere Akquisitionen kategorisch ausgeschlossen. Damit dürfte das Kreditrating der Firma nicht gefährdet sein. Allerdings bedeutet das auch, dass die langjährigen Pläne, 100 % des US-Anbieters von Bezahlfernsehen Hughes Electronics zu kaufen, vorerst auf Eis gelegt werden.

Andere Medientitel sollten von einem Kursanstieg der News Corp. profitieren, auch wenn einzelne Marktbeobachter noch keinen allzu großes Enthusiasmus zeigen wollen. AMP Henderson etwa kommentiert den erhofften Aufschwung im Anzeigengeschäft zwar generell positiv und spricht von "sehr günstigen Zahlen", warnte aber vor der Möglichkeit, "dass das Feuer seinen eigenen Wind macht". So müsse man das News-Corp-Ergebnis unter dem Aspekt sehen, dass fast 1 Mrd. $ Werbeeinnahmen den Kongresswahlen in den USA zu verdanken seien.

Auch auf politischer Seite zeichnet sich für australische Medienkonzerne ein Durchbruch ab. So hat die Partei der Demokraten signalisiert, im Senat möglicherweise weitgehenden Änderungen der Mediengesetze zuzustimmen. Die Kleinpartei ist in der zweiten Parlamentskammer das Zünglein an der Waage. Die konservative Regierung schlägt vor, expansionshemmende Beschränkungen für Medien weitgehend aufzuheben. Heute darf ein Unternehmen in einem lokalen Markt - etwa einer Großstadt - nicht gleichzeitig sowohl die gedruckten als auch die elektronischen Medien kontrollieren. Vor allem die im Printbereich dominante News Corp. konnte wegen dieser Bestimmungen nie in den Fernsehmarkt expandieren. Das könnte sich nun ändern.

Quelle: Handelsblatt

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