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Falk-Anwalt: Haftbeschwerde in wenigen TagenDPA-Datum: 2004-07-20 16:59:44

Hamburg (dpa/lno) - Die Verteidigung des Hamburger Internet- Unternehmers Alexander Falk will in wenigen Tagen die Entlassung ihres Mandanten aus der Haft beantragen.

Hamburg (dpa/lno) - Die Verteidigung des Hamburger Internet- Unternehmers Alexander Falk will in wenigen Tagen die Entlassung ihres Mandanten aus der Haft beantragen.

Zugleich werde ein Antrag auf Verfahrenseinstellung gestellt, kündigte Falk-Anwalt Gerhard Strate am Dienstag an. Der Jurist übte massive Kritik an Staatsanwaltschaft und zwei mittlerweile wegen Befangenheit aus dem Verfahren ausgeschiedenen Richtern des Landgerichts. Sie seien für Verfahrensfehler und Rechtsbrüche verantwortlich.

Oberstaatsanwalt Rüdiger Bagger sagte, die Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage. Die Staatsanwaltschaft habe in dem Verfahren zu jeder Zeit nach rechtsstaatlichen Grundsätzen gehandelt.

Strate kritisierte hingegen, mehrere von Falk genannte Entlastungszeugen seien nicht von der Anklagebehörde kontaktiert worden. Weiterhin sei für die Verteidigung wichtiger E-Mail-Verkehr nicht systematisch ausgewertet worden. Mit der Übernahme von Falks Internet-Unternehmen Ision AG durch die britische Energis plc. 2001 seien Bilanzmanipulationen «erst richtig auf die Tagesordnung gekommen». Strate spricht von Scheinumsätzen und Falschbuchungen von rund 70 Millionen Mark.

Falk sitzt seit mehr als einem Jahr wegen schweren Betrugs in Untersuchungshaft. Er soll durch Scheinumsätze den Aktienkurs der Ision AG künstlich hoch getrieben haben. Der einstige Verlagserbe erzielte einen Preis von 812 Millionen Euro von der Energis plc., die das Geschäft nicht überlebte. Vergangene Woche waren zwei Richter für befangen erklärt worden, weshalb sich der Prozess um Monate verschieben könnte.

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