Fall Jakob:
Tage zwischen Bangen und Gewissheit

Vier Tage nach seiner Entführung ist am Dienstag der Frankfurter Bankierssohn Jakob von Metzler tot aufgefunden worden. Was nach dem biherigen Stand der Ermittlungen in der Zwischenzeit geschah:

HB/dpa FRANKFURT/MAIN.

Freitag, 27. September:

10.30 - 11.00 Uhr: Auf dem Heimweg von der Carl-Schurz-Schule in Frankfurt wird der elf Jahre alte Jakob entführt. An der Bushaltestelle Stresemannallee/Mörfelder Landstraße in Sachsenhausen wird der Junge von einem Mitschüler das letzte Mal gesehen.

11.50 - 12.55 Uhr: Vor dem Haus der Familie von Metzler in der Mörfelder Landstraße wird ein Brief mit einer Lösegeldforderung von einer Million Euro abgelegt: Sobald das Geld gezahlt sei, werde der Junge unversehrt frei gelassen. Die Polizei beginnt mit ihren Ermittlungen. Das entführte Kind stirbt noch am Tag seiner Entführung. Bis zur Geldübergabe gibt es keinen weiteren Kontakt zwischen Entführer und Polizei.

Sonntag, 29. September:

Die Familie zahlt das geforderte Lösegeld. Die Summe von einer Million Euro wird an der von den Entführern angegebenen Stelle abgelegt. Bei der Geldübergabe hält sich die Polizei im Hintergrund. Der bereits vorher bestehende Tatverdacht gegen den Abholer erhärtet sich. Es handelt sich um einen 27 Jahre alten Jura-Studenten, der in jüngerer Vergangenheit die Nähe zu den Metzler-Kindern gesucht haben soll.

Montag, 30. September:

Entgegen der Ankündigung, das Kind nach der Geldübergabe frei zu lassen, bleibt Jakob verschwunden. Die Polizei nimmt den Jura- Studenten und seine 16 Jahre alte Freundin fest, die später wieder freigelassen wird. Mehrere Wohnungen werden durchsucht.

18.00 Uhr: Die Polizei entschließt sich, an die Öffentlichkeit zu gehen.

19.30 Uhr: Die Polizei durchkämmt ein Waldstück in der Isenburger Schneise.

Dienstag, 1. Oktober:

Die Polizei nimmt zwei Brüder im Alter von 21 und 23 Jahren fest, die im Zusammenhang mit der Tat stehen sollen. Später werden sie wieder freigelassen.

Die Polizei sucht mit einem Großaufgebot von neun Hundertschaften rund um den Langener Waldsee nach dem Jungen. In einer Hütte werden befleckte Kleidungsstücke gefunden, die nicht dem Jungen gehören.

vor 12.00 Uhr: Nach Hinweisen des Hauptverdächtigen wird ein Bündel mit menschlichen Konturen an einem See bei Schlüchtern zwischen Rebsdorf und Rabenstein (Main-Kinzig-Kreis) gefunden. Um keine Spuren zu verwischen, geht die Polizei an dem Fundort sehr vorsichtig vor.

14.00 Uhr: Der Frankfurter Polizeipräsident Harald Weiss-Bollandt überbringt den Eltern von Jakob die Nachricht, dass ihr Sohn mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" tot ist.

14.45 Uhr: Mit 45 Minuten Verzögerung beginnt eine Pressekonferenz von Polizei und Staatsanwaltschaft, bei der Weiss-Bollandt den wahrscheinlichen Tod Jakobs bekannt gibt. Die Staatsanwaltschaft bestätigt wenig später, dass es sich bei der Leiche um Jakob von Metzler handelt. Die Polizei nennt nur wenige Details.

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