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Fall Levke: Behörde entschied gegen Eintrag in DNA-Datenbank

Der mutmaßliche Mörder der kleinen Levke aus Cuxhaven war trotz einer einschlägigen Vorstrafe nicht in der bundesweiten DNA-Datenbank eingetragen. Die Staatsanwaltschaft Siegen habe sich 2003 bewusst dagegen entschieden, sagte ein Sprecher.

dpa CUXHAVEN/SIEGEN. Der mutmaßliche Mörder der kleinen Levke aus Cuxhaven war trotz einer einschlägigen Vorstrafe nicht in der bundesweiten DNA-Datenbank eingetragen. Die Staatsanwaltschaft Siegen habe sich 2003 bewusst dagegen entschieden, sagte ein Sprecher.

Obwohl im Jahr 2000 in Bremerhaven in einem weiteren Fall gegen den 31-Jährigen ermittelt worden war, sei eine Wiederholungsgefahr nicht erkennbar gewesen. Der Mann war 1994 wegen versuchter Vergewaltigung verurteilt worden.

Die Speicherung der Gen-Informationen über den Mann hätte die Siegener Staatsanwaltschaft bei Gericht beantragen müssen. Das erfolgte nicht. Zum einen sei der 31-Jährige vor der ersten Verurteilung zu einer Jugendstrafe nicht vorbestraft gewesen, sagte der Sprecher in Siegen. Zum anderen sei seine damalige Bewährungszeit auf Empfehlung vorzeitig beendet worden. "Aus heutiger Sicht sieht das natürlich anders aus, aber mit dem Wissen von damals würden wir wieder so entscheiden", sagte der Sprecher.

Seit 1998 darf in Deutschland der so genannte genetische Fingerabdruck von verurteilten Straftätern in der DNA-Datenbank des Bundeskriminalamtes gespeichert werden. Im Fall Levke hätte selbst bei vorhandenem Datenmaterial des 31-Jährigen ein Abgleich nicht auf seine Spur geführt. Die an Levkes Schulsachen gefundenen DNA-Spuren hätten dafür nicht ausgereicht.

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